Eine einfache Blutabnahme statt aufwendiger Hirnscans – ein neu zugelassener Test könnte Alzheimer früher erkennen als bisher möglich.
Ein neuer Bluttest zur Unterstützung der Alzheimer-Diagnose hat die CE-Kennzeichnung erhalten. Das Produkt mit dem Namen „Elecsys pTau217″ entstand in einer gemeinsamen Entwicklung von Roche und Eli Lilly und zielt darauf ab, charakteristische Veränderungen im Gehirn, die auf Alzheimer hindeuten, bereits in einem frühen Stadium nachweisbar zu machen. Nach Angaben von Roche erzielt der Test eine Zuverlässigkeit, die mit jener bewährter Diagnoseverfahren vergleichbar ist – bei gleichzeitig deutlich geringerem Aufwand für die Betroffenen.
Relevanz für Österreich
Die neue Diagnosemöglichkeit könnte gerade in Österreich von großer Bedeutung sein: Etwa 130.000 Menschen sind hierzulande von Alzheimer und anderen Demenzformen betroffen. Experten gehen davon aus, dass diese Zahl bis 2050 auf rund 250.000 ansteigen könnte. Eine frühe und niedrigschwellige Diagnostik wie der neue Bluttest könnte helfen, Betroffenen und ihren Angehörigen rascher Gewissheit zu verschaffen und den Zugang zu Therapien zu erleichtern.
Einfache Blutabnahme
Gegenüber herkömmlichen Methoden wie bildgebenden Hirnuntersuchungen oder der Analyse von Rückenmarksflüssigkeit stellt der neue Test eine wesentlich niedrigschwelligere Option dar: Für die Untersuchung reicht eine einfache Blutabnahme aus, wie aus einer Mitteilung von Roche vom Dienstag hervorgeht. Dabei wird das Protein pTau217 bestimmt, das als Marker für Alzheimer-typische Ablagerungen im Gehirn gilt. Der Test ist sowohl für den Einsatz in allgemeinmedizinischen Praxen als auch in spezialisierten Einrichtungen vorgesehen und soll Medizinerinnen und Medizinern dabei helfen, einen Alzheimer-Verdacht entweder zu erhärten oder auszuschließen.
Frühe Diagnose
Einer frühen Diagnose kommt nach Einschätzung von Roche besondere Bedeutung zu, da sie Betroffenen und ihren Angehörigen rasch Gewissheit verschafft und die rechtzeitige Planung von Unterstützungsmaßnahmen und Therapien ermöglicht. Die Grundlage für die Zulassung bildeten Studien mit Personen in sehr frühen Krankheitsstadien – konkret Menschen mit beginnenden Gedächtnisproblemen oder leichten kognitiven Beeinträchtigungen, die ihren Alltag noch weitgehend selbständig bewältigen.
Gerade in dieser Phase, so die Mitteilung, versprechen Fachleute sich den größten therapeutischen Nutzen, um das Fortschreiten der Erkrankung so lange wie möglich hinauszuzögern.