Autobahn, Millionen-Investitionen und ein Denkmal für die Jüngsten: Dubrovnik stand einen Tag lang im Zentrum der Republik.
Premierminister Andrej Plenkovic hat am Dienstag in Dubrovnik an den Feierlichkeiten zum Tag der Gespanschaft Dubrovnik-Neretva teilgenommen und dabei die Verkehrsinfrastruktur als zentrales Anliegen seiner Regierung hervorgehoben. Im Mittelpunkt stand das geplante Autobahnprojekt zwischen Ston und Dubrovnik, das die Region verkehrstechnisch mit dem übrigen Kroatien gleichstellen soll. „Die Regierung ist Partner bei der Umsetzung zahlreicher Projekte, die die Grundlage für eine ausgewogene regionale Entwicklung bilden. Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden Jahren die vollständige Autobahn von Ston nach Dubrovnik realisieren werden“, so Plenkovic.
Er verwies zudem auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation: Derzeit seien in der Gespanschaft 3.800 Menschen ohne Beschäftigung, während 51.000 einer Arbeit nachgingen. Plenkovic nahm an der feierlichen Sitzung der Gespanschaftsversammlung teil, die im Theater Marina Drzic stattfand und dem Tag der Gespanschaft sowie dem Fest ihres Schutzpatrons, des heiligen Leopold Bogdan Mandic, gewidmet war.
Der Premierminister zeigte sich optimistisch, was die weitere Entwicklung des Arbeitsmarkts betrifft: „Im vergangenen Jahr lag der Tiefststand bei 3.100 Arbeitslosen – ich bin überzeugt, dass Sie diesen Rekord noch unterbieten werden. Das entspricht der gesamtstaatlichen Dynamik. Noch nie war es so einfach, Arbeit zu finden und für die eigene Familie zu sorgen.“
Geopolitische Rahmenbedingungen
Plenkovic sprach auch die geopolitischen Rahmenbedingungen an, die zunehmend auf die heimische Wirtschaft durchschlagen. Der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundenen Einschränkungen im Seeverkehr hätten direkte Auswirkungen auf Energiepreise und wirtschaftliche Stabilität. „Wir hoffen, dass dieser Konflikt in eine ruhigere Phase eintreten und die Durchfahrt durch die Straße von Hormus wieder möglich sein wird“, sagte er und betonte zugleich die Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der kroatischen Wirtschaft auf europäischer Ebene zu stärken.
Die Antwort auf globale Verwerfungen und tektonische Verschiebungen in der internationalen Führungsarchitektur liege in der Stärkung strategischer Selbständigkeit – nicht nur im Verteidigungsbereich, sondern ebenso in der Industrie- und Wirtschaftspolitik. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass Kroatien hier kontinuierlich ein hohes Wachstum erzielt“, betonte der Premierminister. Die Mitgliedschaft im Schengen-Raum und im Euroraum biete dabei einen wirksamen Schutz vor externen Schocks und finanziellen Belastungen.
Auf innenpolitischer Ebene hob Plenkovic das neu in Kraft getretene Gesetz zur regionalen Entwicklung hervor, das eine langjährige informelle Praxis nun rechtlich verankert. Den regelmäßigen Dialog mit den Gespanschaften, der seit Dezember 2016 zweimal jährlich stattfinde, habe man damit institutionalisiert und auf eine gesetzliche Grundlage gestellt.
Als konkrete Instrumente nannte Plenkovic den Mechanismus des Integrierten Territorialen Managements, über den der Stadt Dubrovnik sowie beteiligten Gemeinden 22 Millionen Euro für zusätzliche Projekte zur Verfügung gestellt wurden. Darüber hinaus seien für die Entwicklung der Inseln in sieben Küstengespanschaften 28 Millionen Euro bereitgestellt worden – unter anderem für den Bau von zehn Kindergärten, fünf Schulen sowie die Sanierung von Sporthallen.
Auszeichnungen der Gespanschaft
Gespan Blaz Pezo würdigte in seiner Ansprache die Gespanschaft als Region mit reicher Geschichte, bedeutendem Kulturerbe und natürlicher Schönheit – vor allem aber als Heimat wertvoller Menschen. „Das Vertrauen dieser Menschen zu erhalten, macht einen stolz, weckt aber auch Verantwortung. In diesen elf Monaten habe ich besonders auf Offenheit und Gemeinschaft bestanden, insbesondere mit den Städten und Gemeinden“, sagte Pezo. Er verwies auf eine Reihe gemeinsam mit der Zentralregierung vorangetriebener Vorhaben – von der Autobahn nach Dubrovnik und der Schnellstraße zum Flughafen über die Peljesac-Route bis hin zu fünfzehn Projekten im Bildungsbereich.
Im Rahmen der feierlichen Sitzung wurden auch die Auszeichnungen der Gespanschaft vergeben. Den Preis für das Lebenswerk erhielt Vidoslav Bagur. Die Jahrespreise für außergewöhnliche Leistungen gingen an Domagoj Vidovic sowie den Damen-Volleyballclub Dubrovnik. Für ihren Beitrag zum Ansehen der Gespanschaft wurden Miso Djuras, die HGSS Dubrovnik, der KUD Marko Marojica Zupa dubrovacka sowie der Sportclub Zmaj aus Blato auf der Insel Korcula ausgezeichnet.
Zuvor hatte Plenkovic in Dubrovnik an der feierlichen Enthüllung eines Denkmals für die im Heimatkrieg gefallenen Kinder teilgenommen. Das Werk des Bildhauers Dalibor Stosic und des Architekten Hrvoje Bilandzic zeigt eine Komposition bunter Bleistifte – ein stilles Bild des Alltags, in dem Kinder einst unbeschwert spielten, eingefroren in einem Moment, der nie wiederkehren sollte.