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Produktionsverlagerung

Industriegigant macht ernst: 100 Jobs wandern von USA nach Bosnien

Industriegigant macht ernst: 100 Jobs wandern von USA nach Bosnien
Foto: Screenshot Google Maps
3 Min. Lesezeit |

Ein US-Werk schließt, über 100 Jobs fallen weg – und ein kleines Werk in Bosnien rückt ins Zentrum globaler Industriestrategie.

Der japanische Präzisionshersteller Tsubaki Nakashima schließt sein Produktionswerk im US-amerikanischen Erwin, Tennessee, und verlagert Teile der Fertigung nach Bosnien und Herzegowina. Mehr als 100 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen, wie das Unternehmen zunächst gegenüber der Belegschaft kommunizierte und anschließend durch eine offizielle Meldung bei den japanischen Behörden bestätigte. Wie das Portal BiznisInfo.ba berichtet, soll das Werk in Erwin bis Februar 2027 im Zuge einer globalen Produktionsumstrukturierung endgültig geschlossen werden.

Aus internen Unternehmensdokumenten geht hervor, dass die Produktion von Stahlkugeln auf andere Standorte in den USA sowie nach Indien ausgelagert wird, während die Rollenproduktion künftig in Bosnien und Herzegowina angesiedelt sein soll. Dass die Wahl auf diesen Standort fiel, ist kein Zufall: Tsubaki Nakashima ist in der herzegowinischen Stadt Konjic bereits seit Jahren präsent und produziert dort Komponenten für Lager und die Automobilindustrie.

Konjics stille Aufwertung

Im bosnisch-herzegowinischen Markt ist Tsubaki Nakashima seit 2017 aktiv. Damals übernahm die japanische Gruppe über ihre europäische Holdinggesellschaft TN Europe B.V. mehrere Werke des Unternehmens NN Inc. in verschiedenen Ländern – darunter auch die Fabrik in Konjic. Seither wurde die Produktion am herzegowinischen Standort kontinuierlich ausgebaut, weitgehend abseits der öffentlichen Wahrnehmung.

Das Unternehmen mit Sitz im japanischen Nara gilt als globaler Spezialist für hochpräzise Industriekomponenten: Lager, Rollen, Kugelgewindetriebe und verwandte Bauteile für die Automobil- und Maschinenbauindustrie zählen zum Kerngeschäft. Einen weiteren Ausbauschritt vollzog Tsubaki Nakashima im Jahr 2023, als in Konjic eine neue Fabrik zur Herstellung von Kegelrollen eröffnet wurde. Das Vorhaben galt seinerzeit als eine der bedeutenderen Industrieinvestitionen in der Herzegowina; bereits zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen am Standort mehrere Hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Globale Neuordnung

Tsubaki Nakashima unterhält Produktionswerke auf mehreren Kontinenten und beliefert Kunden aus der Automobilindustrie, der industriellen Automatisierung sowie dem allgemeinen Maschinenbau. Das globale Netzwerk dient dem Unternehmen dazu, flexibel auf die Anforderungen internationaler Großkunden reagieren und gleichzeitig Produktions- sowie Logistikkosten optimieren zu können.

Auch bei der Eröffnung der Kegelrollenfabrik 2023 wurde ein Teil der Produktion von anderen weltweiten Standorten nach Konjic verlagert – die aktuelle Entscheidung reiht sich damit in eine längerfristige Strategie der Zentralisierung und Stärkung der europäischen Fertigungskapazitäten ein.

Dass einzelne heimische Werke inzwischen fester Bestandteil komplexer internationaler Industrieketten und der Fertigung hochpräziser Komponenten sind, zeigt, wie tiefgreifend sich die wirtschaftliche Einbindung des Landes in den vergangenen Jahren verändert hat.

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KO KOSMO-Redaktion
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