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Zugstillstand

Bahn-Blackout in Deutschland: Stundenlang ging nichts mehr

Bahn-Blackout in Deutschland: Stundenlang ging nichts mehr
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Ein Systemfehler legt den gesamten deutschen Zugverkehr lahm – und trifft Tausende Reisende völlig unvorbereitet.

In ganz Deutschland stand der Zugverkehr am Dienstagabend für rund zwei Stunden still – ausgelöst durch eine schwerwiegende Störung im digitalen Bahnfunksystem. Reisende in Regional- und Fernzügen saßen an Bahnhöfen im gesamten Bundesgebiet fest. Ab 0.30 Uhr nahm der Zugbetrieb schrittweise wieder Fahrt auf. Auch Österreich war von den Auswirkungen nicht verschont.

Bahn-Chefin Evelyn Palla räumte gegenüber der „Bild“ ein, dass die Ursache des Ausfalls zunächst völlig unklar war: „Wir versuchen jetzt, die Züge in die Bahnhöfe zu bekommen, damit die Reisenden aussteigen können. Und dann müssen wir das Problem, das wir noch nicht kennen, beheben.“

Ursache unklar

Kurz nach Mitternacht verdichteten sich die Zeichen einer Entspannung. Der Fehler sei identifiziert und die Lage über ein „Notfallsystem stabilisiert“ worden, hieß es. Die Ursache müsse nun noch geklärt werden. Palla bedankte sich bei den Reisenden für ihre Geduld und sprach von einer „90-minütigen Störung“ – wies jedoch darauf hin, dass bis 6 Uhr früh mit erheblichen Folgeverspätungen und kurzfristigen Zugausfällen zu rechnen sei.

Dabei hatte sich der Ausfall zunächst auf Bayern beschränkt, ehe er sich rasch auf das gesamte Bundesgebiet ausweitete. Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte: „Aufgrund einer bundesweiten IT-Störung, welche die internen Kommunikationskanäle betrifft, ist der Zugverkehr in Bayern nur stark eingeschränkt bis gar nicht möglich.“

Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, soll ein Komponentenwechsel im Funksystem die Störung verursacht haben – eine offizielle Bestätigung der Bahn steht dazu noch aus. Der betroffene Bahnfunk GSM-R ist das zentrale Verständigungsmittel zwischen Lokführern und Fahrdienstleitern und spielt auch im Notfallbetrieb eine entscheidende Rolle. Betrieben wird das System vom Netzbetreiber DB InfraGO AG.

Folgen für Österreich

Das österreichische Schienennetz war von der Störung zwar nicht direkt betroffen, dennoch kam der grenzüberschreitende Zugverkehr vollständig zum Erliegen. Ein ÖBB-Sprecher teilte gegen Mitternacht auf APA-Anfrage mit, dass keine Züge mehr die Grenze passierten. Auch Nachtzüge konnten nicht weiterfahren, der Güterverkehr wurde ebenfalls eingestellt. Verbindungen, die etwa von Innsbruck nach Wien über das Deutsche Eck führen, sollten von den ÖBB über Zell am See umgeleitet werden.

Sämtliche Züge in Deutschland – einschließlich der S-Bahnen – wurden an Bahnhöfen zurückgehalten oder an geeigneten Stellen zum Halten gebracht. Eine besondere Herausforderung stellte sich in Gelsenkirchen: Die Polizei wies auf Social Media darauf hin, dass nach dem Ende eines Helene-Fischer-Konzerts mit einem massiven Besucherandrang zu rechnen sei. Laut „Bild“ kam es am dortigen Bahnhof tatsächlich zu „turbulenten Szenen“. Ähnliche Bilder zeigten sich in Kiel, wo die Kieler Woche stattfindet.

Wie viele Reisende insgesamt von dem Ausfall betroffen waren, ist nicht bekannt – ebenso wenig, wann der reguläre Fahrplan vollständig wiederhergestellt sein wird. „Wir hoffen natürlich, dass die Deutsche Bahn und InfraGO das bis zum Morgen wieder in Tritt bekommen“, sagte der ÖBB-Sprecher.

In Deutschland gestrandete Fahrgäste erhielten laut „Süddeutscher Zeitung“ Taxi- und Hotelgutscheine.

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KO KOSMO-Redaktion
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