Fünf Jahre lang zahlte sie – aus Trauer und Vertrauen. Jetzt sitzt die mutmaßliche Wunderheilerin hinter Gittern.
Eine 29-jährige Frau aus München wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren von einer angeblichen Wunderheilerin um eine fünfstellige Geldsumme gebracht. Die mutmaßliche Betrügerin, eine 32-jährige österreichische Staatsbürgerin, wurde inzwischen festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft.
Der Fall nahm im Frühjahr 2021 in München seinen Anfang. Damals sprach die Beschuldigte die Münchnerin auf der Straße an und behauptete laut Polizei, in der Lage zu sein, Kontakt zu einem verstorbenen Angehörigen der Frau aufzunehmen.
Jahre des Betrugs
Was folgte, waren Jahre regelmäßiger Treffen. Für die sogenannte spirituelle Unterstützung, die die Verdächtige dabei anbot, verlangte sie immer wieder Geld. Über den gesamten Zeitraum von fünf Jahren soll die Münchnerin insgesamt einen fünfstelligen Betrag an die Frau gezahlt haben.
Erst im Mai dieses Jahres dämmerte der 29-Jährigen, dass sie einem Betrug aufgesessen war. Sie wandte sich daraufhin an die Polizei und erstattete Anzeige gegen die zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Täterin, wie die APA berichtet.
Festnahme in München
Im Zuge der Ermittlungen gelang es den Behörden, die Identität der Verdächtigen zu klären. Bei ihr handelt es sich um eine 32-jährige österreichische Staatsbürgerin. Laut einem Bericht der Münchner Tageszeitung „tz“ soll die Frau ihren Wohnsitz in Wien haben.
Am 6. August wurde die 32-Jährige schließlich im Zentrum Münchens von der Polizei festgenommen. Auf Anordnung eines Haftrichters kam die Verdächtige anschließend in eine Justizvollzugsanstalt, wo sie sich seither in Haft befindet.
Nach deutschem Recht kommen bei Betrug durch angebliche Wunderheiler vor allem der Betrugstatbestand und bei gewerbsmäßigem Vorgehen der besonders schwere Betrug in Betracht.