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Ermittlungserfolg

Operation „Medusa“: Österreich jagt jetzt internationale Vergewaltigernetzwerke

Operation „Medusa“: Österreich jagt jetzt internationale Vergewaltigernetzwerke
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Betäubt, vergewaltigt, gefilmt – und das grenzüberschreitend organisiert. Österreich schließt sich nun einer internationalen Ermittlungsoperation an.

Das österreichische Bundeskriminalamt ist vergangene Woche der internationalen Operation „Medusa“ beigetreten. Wie der Standard zuerst berichtete, handelt es sich dabei um ein im April 2026 gestartetes Ermittlungsprojekt, das sich gegen ein spezifisches Kriminalitätsphänomen richtet: Männer, die Frauen betäuben und vergewaltigen, die Taten teils filmen und das Material sowie die Opfer selbst anderen Männern anbieten. International ist dieses Delikt unter dem Begriff DFSA – Drug-Facilitated Sexual Assault (durch Drogen ermöglichte sexuelle Gewalt) – bekannt.

Ziel der Operation ist ein koordiniertes Vorgehen gegen grenzüberschreitend agierende Vergewaltigernetzwerke. Neben Österreich sind Deutschland, das Vereinigte Königreich, Frankreich, Ungarn, die Niederlande, Spanien, die USA, Kanada und Brasilien beteiligt.

Österreichs verspäteter Beitritt

Österreich hatte sich ursprünglich nicht an der Operation beteiligt. Die Begründung des Bundeskriminalamts: In den bis dahin ausgewerteten „Medusa“-Datensätzen sei weder ein Täter noch ein Opfer mit Österreich-Bezug aufgetaucht. Diese Entscheidung stieß im Vorfeld auf Kritik, die durch einen Fall in Tirol zusätzlichen Auftrieb erhielt.

Dort wurde im Sommer bekannt, dass ein 44-Jähriger seine Lebensgefährtin und möglicherweise auch eine Ex-Partnerin mehrmals betäubt und vergewaltigt haben soll – es gilt die Unschuldsvermutung. Meri Disoski, Frauensprecherin der Grünen, übte scharfe Kritik: „Wir haben es nicht mit Einzelfällen, sondern mit grenzüberschreitend organisierten Täterstrukturen zu tun. Wir müssen davon ausgehen, dass die Dunkelziffer weit höher ist. Innen- und Justizministerium müssen jetzt endlich entschlossen handeln.“

BK-Chef Andreas Holzer begründete den nun vollzogenen Beitritt damit, österreichische Expertise stärker in das internationale Ermittlernetzwerk einzubringen und gleichzeitig den Zugang zu Erkenntnissen aus dem Ausland zu verbessern. „Gewalt gegen Frauen und andere Formen sexualisierter Gewalt machen nicht an Staatsgrenzen Halt“, wird Holzer zitiert. Koordiniert wird die Operation durch Europol. Bei einem Einsatz im Juni konnten 156 mutmaßliche Opfer und Täter identifiziert werden. Seit dem Start der Operation im April wurden international insgesamt 57 Personen festgenommen, 158 mutmaßliche Opfer geschützt, 113 Ermittlungsverfahren eingeleitet und vier bislang unbekannte misogyn geprägte Online-Communities im Zusammenhang mit DFSA festgestellt.

Hinweise zur Erkennung

Das deutsche Bundeskriminalamt gibt in diesem Zusammenhang allgemeine Hinweise zur Erkennung möglicher Betroffenheit: „Wenn Sie bei sich selbst oder nahestehenden Personen Verhaltensveränderungen oder körperliche Auffälligkeiten bemerken, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Da viele der Substanzen, die zur Sedierung verwendet werden, nur kurzzeitig im Blut oder Urin nachweisbar sind, ist im Verdachtsfall ein schnelles Handeln nötig.“

Zu möglichen Auffälligkeiten zählen beispielsweise: ungewöhnlich lange Schlafdauer bzw. ungewöhnlicher Schlafrhythmus, nicht nachvollziehbare Benommenheit / Abgeschlagenheit am Morgen, Erinnerungslücken, Erwachen an Orten, ohne zu wissen, wie man dorthin gelangt ist, Auffälligkeiten am Körper (z. B. Übelkeit, blaue Flecken, Geschlechtskrankheiten), für die es keine unmittelbare Erklärung gibt.

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KO KOSMO-Redaktion
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