Die Klimauhr tickt schneller als gedacht – und ein neuer UN-Bericht zeigt, wie wenig Zeit noch bleibt. Das UN-Umweltprogramm schlägt Alarm: Die Erderwärmung könnte die international vereinbarte Grenze von 1,5 Grad in absehbarer Zeit überschreiten – mit möglicherweise unumkehrbaren Folgen für das globale Klima.
Einem aktuellen UNEP-Bericht zufolge bewegt sich die Welt derzeit auf eine Erwärmung von 2,6 Grad zu, sollten keine deutlich verschärften Klimaschutzmaßnahmen ergriffen werden. Für die bisherigen internationalen Bemühungen zur Eindämmung der Erderwärmung wäre das ein gravierender Rückschlag. Der UNEP Emissions Gap Report 2024, der am 24. Oktober 2024 veröffentlicht wurde, beziffert die globalen Treibhausgasemissionen für das Jahr 2024 auf einen Rekordwert von 57,7 Gigatonnen CO2-Äquivalent.
Beunruhigende Prognosen
Die neuesten Prognosen des UN-Umweltprogramms zeichnen ein beunruhigendes Bild: Die 1,5-Grad-Marke könnte bereits in wenigen Jahren gerissen werden – mit erheblichen Risiken für Ökosysteme und einem erhöhten Potenzial für dauerhaft irreversible Schäden.
Erschwerend kommt hinzu, dass die weltweiten CO2-Emissionen nach dem pandemiebedingten Rückgang inzwischen neue Rekordwerte erreicht haben. Selbst das Szenario, die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, setzt laut Experten ein vorübergehendes Überschreiten dieser Schwelle voraus – gefolgt von einer raschen Trendumkehr. Die derzeit umgesetzten Maßnahmen lassen bestenfalls eine Stabilisierung bei knapp 1,8 Grad erwarten.
UNEP fordert Sofortprogramm
Als Antwort auf diese Entwicklung fordert die UNEP ein umfassendes Sofortprogramm: Dazu zählen der schrittweise Ausstieg aus fossilen Energieträgern, ein massiver Ausbau erneuerbarer Energiequellen sowie großangelegte Maßnahmen zur CO2-Bindung – etwa durch Aufforstungsprojekte.
UN-Generalsekretär António Guterres und weitere klimapolitische Akteure aus aller Welt rufen dazu auf, die gemeinsamen Anstrengungen zu bündeln und entschlossen zu handeln.