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Umweltskandal

33.000 Tonnen illegaler Müll: Kroatien ruft morgen Samstag zur Großdemo auf

33.000 Tonnen illegaler Müll: Kroatien ruft morgen Samstag zur Großdemo auf
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

33.000 Tonnen Giftmüll, eine ganze Region in Aufruhr – und Zagreb steht vor einem heißen Herbst.

Für den 5. September 2026 ist in der kroatischen Hauptstadt Zagreb eine Großdemonstration angekündigt. Unter dem Motto „Hodaj za Liku, hodaj za Hrvatsku“ ruft die Bürgerinitiative „Gospić je naš dom“ zum Protest gegen illegal gelagerten Sondermüll auf, der die Region Lika seit Monaten belastet. Allein aus Lika werden sieben Busse mit Demonstrierenden erwartet; Unterstützung kommt zudem von Gewerkschaften sowie kroatischen Kriegsveteranen.

Nach Angaben der kroatischen Staatsanwaltschaft USKOK und der Umweltbehörde handelt es sich bei den Abfällen an der illegalen Deponie bei Gospić um gemischte technogene Abfälle – darunter Kunststoffe, Elektro- und Elektronikschrott sowie medizinische Abfälle. Ein Teil des Materials ist offiziell als gefährlicher und ökotoxischer Abfall eingestuft.

Hinter der Mobilisierung stehen besorgte Bürgerinnen und Bürger aus Gospić und weiteren Teilen des Landes. Der Protest richtet sich gegen den seit geraumer Zeit schwelenden Umweltskandal rund um illegal deponierten Gefahrenabfall in der Region Lika. Neben der Bürgerinitiative haben auch der Gewerkschaftsbund SSSH sowie Organisationen kriegsversehrter Veteranen zur Teilnahme aufgerufen, um den politischen Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen.

Zögerliche Aufarbeitung

Im Mittelpunkt der Kritik steht die zögerliche Aufarbeitung des Skandals. Bereits im März hatte das kroatische Umweltministerium eine Ausschreibung zur Beseitigung von 3.500 Tonnen gefährlichen Abfalls veröffentlicht. Dem ehemaligen Minister Branko Bacic zufolge wurden inzwischen 70 europäische Unternehmen wegen der Entsorgung von mittlerweile 30.000 Tonnen kontaktiert. Ein Sanierungskonzept für insgesamt 33.000 Tonnen soll bis Ende September vorgelegt werden.

Politische Reaktionen

Die Protestaktion hat auch auf politischer Ebene Reaktionen ausgelöst. Staatspräsident Zoran Milanovic erkannte an, dass die Bevölkerung der Region Lika ein Recht auf Antworten im Zusammenhang mit dem gefährlichen Abfall habe, kündigte jedoch keine eigene Teilnahme an der Demonstration an. Die Bürgerinitiative besteht neben der vollständigen Beseitigung des Mülls auf umfassender Transparenz, einer konsequenten Sanierung des betroffenen Gebiets sowie der strafrechtlichen Verfolgung jener Personen, die für den Skandal verantwortlich sind.

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KO KOSMO-Redaktion
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