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Kinderschutz

Digitale Falle: Jeder fünfte Jugendliche Opfer sexueller Belästigung

Digitale Falle: Jeder fünfte Jugendliche Opfer sexueller Belästigung
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Ein neuer UNICEF-Bericht legt offen, wie massiv Minderjährige im Netz gefährdet sind – und wo die Übergriffe am häufigsten stattfinden.

Jeder fünfte Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren wird im Internet sexuell belästigt. Das geht aus einem aktuellen Bericht von UNICEF hervor, der Daten aus 21 Ländern und insgesamt 21.000 Befragungen auswertet. Die Zahlen zeichnen ein beunruhigendes Bild der digitalen Realität für Minderjährige weltweit.

Meta im Fokus

Besonders auffällig: In 57 Prozent der dokumentierten Fälle kannten die Opfer die Täter bereits vor dem Übergriff. Die Belästigungen spielen sich dabei häufig auf Plattformen des Meta-Konzerns ab – also auf Facebook, WhatsApp und Instagram. Rund 60 Prozent aller gemeldeten Übergriffe ereigneten sich dort. Wie der Bericht festhält, vollzieht sich der Missbrauch oft schleichend: „Ein Gespräch wird zu Zwang, und Zwang wird zur Falle.“

Trotz der hohen Betroffenheitszahlen schweigen 41 Prozent der Opfer über das Erlebte – ein Umstand, der die tatsächliche Dunkelziffer erheblich in die Höhe treiben dürfte. UNICEF fordert deshalb entschlossenes Handeln auf mehreren Ebenen: Digitale Plattformen müssten grundlegend sicherer gestaltet werden, nationale Gesetze zur Strafverfolgung seien zu verschärfen und bestehende Regelwerke an die Realitäten des Online-Raums anzupassen.

Politische Reaktionen

Als mögliches Vorbild nennt der Bericht Australien, wo eine verbindliche Altersgrenze für die Nutzung sozialer Netzwerke eingeführt wurde. Auch Großbritannien plant ähnliche Maßnahmen.

Meta wiederum hat sich in den USA in einem Vergleich mit einer Koalition von US-Bundesstaaten zu Zahlungen von bis zu rund 17 Milliarden US-Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren verpflichtet. Der Vergleich umfasst zugleich umfangreiche Kinderschutzauflagen für Facebook und Instagram, darunter tägliche Nutzungsobergrenzen von etwa zwei Stunden für Teenager sowie nächtliche Sperren zwischen Mitternacht und 6 Uhr.

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KO KOSMO-Redaktion
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