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„sehr enttäuscht“

Plenković verurteilt antisemitische Parolen vor Ajax-Spiel

Plenković verurteilt antisemitische Parolen vor Ajax-Spiel
(FOTO: EPA / OLIVIER MATTHYS)
3 Min. Lesezeit |

Kroatiens Premier Andrej Plenković verurteilt antisemitische Parolen vor dem Ajax-Spiel in Split scharf und fordert Konsequenzen.

Nach den antisemitischen und nationalsozialistischen Parolen, die Teile der Hajduk-Fangruppe Torcida vor dem Conference-League-Spiel gegen Ajax Amsterdam skandierten, hat sich Kroatiens Premierminister Andrej Plenković deutlich zu Wort gemeldet. Am Freitag, dem 16. Oktober, verurteilte er die Vorfälle am Rande des EU-Gipfels in Brüssel und forderte Polizei und Justiz zum Handeln auf.

„Bin sehr enttäuscht“

Plenković erklärte, er freue sich zwar über den sportlichen Erfolg von Hajduk Split, sei aber über die Vorfälle vor dem Spiel äußerst enttäuscht. Die gerufenen Parolen seien eindeutig antisemitisch und stünden in völligem Widerspruch zu den Werten, die in der kroatischen Gesellschaft gelten sollten.

„Ich verurteile das auf das Schärfste“, betonte der Premier. Er wisse nicht, warum die Fans solche Botschaften verbreitet hätten. Mögliche Erklärungen aus der Fankultur oder die Wahrnehmung der Ajax-Anhänger seien jedoch nebensächlich. Entscheidend sei, welchen Eindruck Kroatien dadurch nach außen vermittle.

Plenković fordert Konsequenzen

Der Regierungschef forderte die Polizei auf, jene Personen zu identifizieren, die die antisemitischen Parolen skandiert hatten, und Anzeigen gegen sie einzubringen. Auch von den Gerichten erwarte er eine Reaktion. Die Vorfälle dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Die kroatische Polizei hatte bereits Ermittlungen eingeleitet. Am Freitag wurde zudem über erste Festnahmen von Personen berichtet, die im Zusammenhang mit den Rufen während des Fanmarsches stehen sollen. Die Ermittlungen zur Identifizierung und strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen laufen weiter.

Antisemitische Rufe vor dem Ajax-Spiel

Die Vorfälle ereigneten sich am Donnerstag, dem 15. Oktober, vor dem Conference-League-Spiel zwischen Hajduk Split und Ajax Amsterdam. Beim Fanmarsch zum Stadion Poljud waren antisemitische und nationalsozialistische Parolen zu hören, darunter Rufe mit Bezug auf Auschwitz und Adolf Hitler. Zudem wurde ein Sarg mit der Aufschrift „Ajax“ auf einem Fahrzeug durch die Stadt gefahren.

Auch die kroatische Regierung verurteilte die Vorfälle. Der Klub Hajduk Split entschuldigte sich nach dem Spiel bei Ajax, der UEFA und den betroffenen Zuschauern. Die Begegnung endete mit einem 2:1-Sieg für Hajduk, wurde jedoch in der zweiten Halbzeit wegen Pyrotechnik auf den Rängen für rund zwölf Minuten unterbrochen.

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KO KOSMO-Redaktion
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