Ein russischer Offizier, Monate im Verborgenen, hunderte Tote – und eine Mutter, die alles ins Rollen brachte.
Der russische Leutnant Lev Stupnikov, Kommunikationsoffizier der 36. motorisierten Schützenbrigade, arbeitete über mehrere Monate hinweg heimlich mit der Ukraine zusammen und übermittelte dabei hochsensible Informationen über die eigenen Streitkräfte. Seine Kooperation mit dem Kriegsgegner soll insgesamt zum Tod von mehr als 300 russischen Soldaten geführt haben.
Im Februar 2024 gab Stupnikov die genauen Positionen russischer Einheiten an die ukrainische Seite weiter. Der darauffolgende Angriff kostete 68 Soldaten das Leben – darunter auch Oberst Gusen Musajev, den Kommandeur der Brigade.
Mutter als Kontakt
Den Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit bildete ein Schritt von Stupnikovs Mutter Tatjana: Sie nahm Kontakt zum ukrainischen Blogger Dmytro Karpenko auf, der als Verbindungsglied zur Ukraine fungierte. Ausschlaggebend für Stupnikovs Entscheidung waren demnach tiefe Frustration über den Krieg sowie die Zustände innerhalb des russischen Militärs.
Im Juli 2024 floh Stupnikov schließlich über die Front und schloss sich dem Russischen Freiwilligenkorps an. Seiner Mutter und Schwester gelang es, Russland zu verlassen.
Seine Ehefrau hingegen blieb zurück.