Nach Ausschreitungen mit verletzten Polizisten zieht Frankreich die Zügel an – mehrere Städte verhängen Ausgangssperren für Minderjährige.
Angesichts der Ausschreitungen des vergangenen Wochenendes greift Frankreich zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen. In mehreren Städten des Landes dürfen Minderjährige in den Nachtstunden nicht mehr ohne Begleitung Erwachsener auf die Straße. Premierminister Sébastien Lecornu ordnete lokale Ausgangssperren an und wies die zuständigen Präfekten an, diese umgehend umzusetzen.
Zunächst betroffen sind Lille, Douai, Denain und Wattignies, wo die Beschränkungen montags und dienstags zwischen 20 und 6 Uhr in bestimmten Stadtbereichen gelten. Die konkreten Regelungen befinden sich noch in Ausarbeitung.
Lokale Umsetzung
In den betroffenen Kommunen haben die Verantwortlichen bereits erste Schritte eingeleitet. Die Bürgermeisterin von Denain, Anne-Lise Dufour-Tonini, skizzierte die geplanten Maßnahmen: Während ursprünglich eine stadtweite Sperre vorgesehen war, beschränken sich die Regelungen nun auf Einrichtungen für Minderjährige, die ohne erwachsene Begleitung unterwegs sind. Bürgermeister Christophe Rouillon aus Coulaines machte vergleichbare Schritte über Facebook öffentlich.
Darüber hinaus sind auch Pointe-à-Pitre und Les Abymes im französischen Überseegebiet Guadeloupe von den Maßnahmen betroffen.
Auslöser der Sperren
Den Ausgangssperren liegen Zusammenstöße im Zuge von Schüler- und Gelbwestenprotesten zugrunde, bei denen drei Polizisten verletzt wurden. Der zuständige Präfekt verhängte daraufhin am Sonntag eine Ausgangssperre für Minderjährige.
Die Maßnahmen zielen sowohl auf den Schutz der Bevölkerung als auch auf die Prävention weiterer Ausschreitungen ab.