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Schwere Missstände in Favoriten: Ordination behördlich versiegelt

Schwere Missstände in Favoriten: Ordination behördlich versiegelt
FOTO: Gruppe Sofortmaßnahmen
2 Min. Lesezeit |

Über zehn Jahre lang behandelte er Patienten – ohne Zulassung. Was Behörden in Wien-Favoriten entdeckten, ist ein medizinischer Skandalfall.

Bei einer umfassenden behördlichen Kontrolle in Wien-Favoriten sind schwerwiegende Unregelmäßigkeiten in einer Arztpraxis ans Licht gekommen.

Die Prüfer stellten fest, dass ein Mann ohne jegliche ärztliche Zulassung die Praxis seit mehr als einem Jahrzehnt betrieben und dabei unter anderem Botox-Injektionen sowie Beschneidungen durchgeführt hatte. Darüber hinaus wurden abgelaufene Medikamente sowie in der Europäischen Union nicht zugelassene Arzneimittel sichergestellt. Auch der missbräuchliche Einsatz eines Arztstempels wurde festgestellt.

Gravierende Mängel

Im Rahmen der Kontrolle der allgemeinmedizinischen Praxis fanden die Behörden zahlreiche Medikamente, die entweder abgelaufen oder nicht ordnungsgemäß aufbewahrt worden waren. Besonders alarmierend war der Umstand, dass Arzneimittel in einem unversperrten Rollcontainer im Wartezimmer lagerten und damit für alle anwesenden Personen frei zugänglich waren. Zudem fehlten das gesetzlich vorgeschriebene Notfallequipment sowie Nachweise über die regelmäßige Überprüfung der medizinischen Geräte.

Praxis versiegelt

Angesichts der Schwere der festgestellten Verstöße wurde die gesamte Ordination behördlich versiegelt und die Türschlösser wurden ausgetauscht, um eine weitere Nutzung der Räumlichkeiten zu unterbinden. Der Magistrat erstattete mehrere Anzeigen nach dem Ärztegesetz; parallel dazu ermittelt die Polizei wegen des Verdachts auf schweren Betrug.

Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung eines intakten Vertrauensverhältnisses zwischen Patienten und medizinischem Personal: „Ärztinnen und Ärzte leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie genießen das Vertrauen der Menschen, weil es um das Wertvollste geht, das wir haben: unsere Gesundheit. Wenn Menschen medizinische Hilfe suchen, müssen sie sich darauf verlassen können, in sicheren Händen zu sein. Dieses Vertrauen ist das Fundament unseres Gesundheitssystems und darf niemals missbraucht werden.“

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KO KOSMO-Redaktion
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