Ein Geständnis, schwere Vorwürfe und ein Prozess, der Österreich erschüttert: Kabarettist Gunkl steht vor Gericht.
Der Kabarettist Günther „Gunkl“ Paal muss sich gemeinsam mit zwei weiteren Angeklagten vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien verantworten. Die Vorwürfe gegen ihn wiegen schwer: sexueller Missbrauch eines Kindes sowie der Besitz kinderpornografischen Materials. Zwei Frauen – eine 42-Jährige und ihre 62-jährige Mutter – sind wegen schwerer Erpressung angeklagt. Alle drei haben die ihnen zur Last gelegten Taten gestanden.
Schwere Vorwürfe
Paal wird konkret vorgeworfen, ein Kind missbraucht und insgesamt 960 Bilddateien sowie 19 Videodateien mit kinderpornografischem Inhalt besessen zu haben. Im Falle eines Schuldspruchs droht ihm nach Paragraph 207 StGB eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Den beiden Frauen, gegen die nach den Paragraphen 144 und 145 StGB Anklage erhoben wurde, droht ein Strafrahmen von einem bis zu zehn Jahren Haft. Sie sollen Paal über einen längeren Zeitraum mit der Veröffentlichung belastender Informationen unter Druck gesetzt und dabei insgesamt 159.000 Euro erpresst haben.
Selbstanzeige & Folgen
Nach eigenen Angaben zahlte Paal der jüngeren der beiden Frauen bis Mai laufend Bargeld, um sie zum Schweigen zu bringen. Im selben Monat erstattete er schließlich Selbstanzeige. Das betroffene Kind befindet sich mittlerweile unter der Obhut der Wiener Kinder- und Jugendhilfe, der MA 11. Das Justizministerium betonte in einer Stellungnahme, die von der APA zitiert wurde: „Die Justiz ist sich ihrer hohen Verantwortung bewusst und bereitet den Prozess im Rahmen ihrer Möglichkeiten sorgfältig vor.“