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Gesundheitsalarm

Alarm in Österreich: Nierensteine bei Kindern verfünffacht – das steckt dahinter!

Alarm in Österreich: Nierensteine bei Kindern verfünffacht – das steckt dahinter!
(Symbolbild FOTO: iStock)
4 Min. Lesezeit |

Alarmierende Entwicklung in der Kinderheilkunde: Die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Nierensteinen bei Heranwachsenden hat sich innerhalb eines Jahrzehnts verfünffacht.

Die Zahl der Kinder mit Nierensteinen verzeichnet in den letzten zwei Jahrzehnten einen stetigen Anstieg, wie die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde mitteilt. In Industrienationen steigt die Erkrankungshäufigkeit jährlich um 4 bis 10 Prozent. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei stationären Behandlungen – innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anzahl der Krankenhausaufenthalte wegen Nierensteinen bei Kindern verfünffacht. Während der Pubertät ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten, wobei die Ernährung häufig eine entscheidende Rolle spielt.

Bei Nierensteinen handelt es sich um kristalline, verhärtete Ablagerungen, die sich aus Urinbestandteilen in den Nieren bilden. Sie entstehen, wenn bestimmte Substanzen im Urin zu stark konzentriert sind – oft eine Folge unzureichender Flüssigkeitsaufnahme. Die meisten Steine bestehen aus Kalziumverbindungen, aber auch Harnsäuresteine oder durch Infektionen verursachte Steine kommen vor.

Mehrere Faktoren tragen maßgeblich zur Entstehung bei: Adipositas, der übermäßige Konsum von fruktosehaltigen Getränken, salzreiche Fast-Food-Produkte, mangelnde Flüssigkeitszufuhr und ungenügende Kalziumaufnahme. Auch Antibiotika stehen unter Verdacht, das Risiko zu steigern, da sie jene Darmbakterien reduzieren können, die normalerweise Oxalat abbauen. Zunehmend wird auch der Klimawandel als Risikofaktor identifiziert – längere Hitzeperioden begünstigen Harnstein-Episoden durch stärker konzentrierten Urin bei Flüssigkeitsmangel.

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„Damit sich Nierensteine bilden, wirken oft mehrere Faktoren zusammen. Sie entstehen, wenn der Urin mit bestimmten steinbildenden Substanzen übersättigt ist und gleichzeitig schützende Stoffe fehlen, die die Kristallbildung hemmen. Zu den steinbildenden Substanzen zählen unter anderem Kalziumoxalat, Kalziumphosphat und Harnsäure, zu den schützenden Substanzen zählen Zitrat und Magnesium“, erklärt Siegfried Waldegger, Kinder- und Jugendnephrologe an der Uniklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Innsbruck.

In der Pubertät steigt die Häufigkeit von Nierensteinen deutlich an, wobei Umweltfaktoren eine wesentliche Rolle spielen. Bei Kleinkindern hingegen sind vorwiegend anatomische, metabolische und genetische Ursachen für Harnsteine verantwortlich, so Waldegger. „Je jünger die Kinder sind, desto häufiger liegen angeborene genetische Stoffwechselstörungen vor.“

Arten und Symptome

Mediziner unterscheiden Harnsteine nach Entstehungsort, Zusammensetzung und Ursache. Von Nierensteinen spricht man bei Steinbildung in den oberen Harnwegen, während Steine in der Harnblase als Zystolithiasis bezeichnet werden. Letztere sind in Industrieländern deutlich seltener geworden – ein Rückgang, der unter anderem mit veränderten Ernährungsgewohnheiten in Verbindung gebracht wird.

Solange Steine in der Niere verbleiben, verursachen sie meist keine Symptome. Wandert ein Stein jedoch in den Harnleiter und blockiert diesen, kann es zu Harnstau und schmerzhaften Koliken kommen. „Diese äußert sich durch plötzlich einsetzende, krampfartige Flanken-, Rücken- oder Bauchschmerzen. Häufig treten zusätzlich Schweißausbrüche, Unruhe, Übelkeit und Erbrechen auf“, beschreibt Waldegger.

Bei Kleinkindern zeigen sich oft unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, erhöhte Reizbarkeit oder verstärktes Weinen – besonders bei Säuglingen. Etwa 40 Prozent der Säuglinge mit Nierensteinen bleiben beschwerdefrei; die Diagnose erfolgt dann zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung.

Kleinere Steine können von selbst ausgeschieden werden. Ist dies nicht möglich, wird häufig eine externe Stoßwellenbehandlung unter Narkose durchgeführt, um die Steine zu zertrümmern. Bei größeren Steinen können chirurgische oder minimalinvasive Eingriffe erforderlich sein.

Wirksame Vorbeugung

Die wirksamste Vorbeugung ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – vorzugsweise ohne Zucker. Je nach Alter sollten Kinder täglich zwischen 0,8 und 1,5 Liter Flüssigkeit über Getränke aufnehmen. Ein praktischer Indikator ist die Urinfarbe: Heller Urin deutet auf eine gute Flüssigkeitsversorgung hin, während dunkler Urin auf erhöhten Trinkbedarf hinweist.

„Der Verzicht auf zuckergesüßte Erfrischungsgetränke ist besonders wichtig, da viele Limonaden einen hohen Zucker- und Fruktosegehalt aufweisen. Fruktose erhöht die Ausscheidung von Kalzium und Harnsäure über den Urin – beides wichtige Bestandteile von Nierensteinen – und kann gleichzeitig den Citratspiegel senken. Citrat wirkt normalerweise schützend, da es die Kristallbildung im Urin hemmt“, betont Waldegger.

Eine obst- und gemüsereiche Ernährung erhöht das Urinvolumen und senkt die Konzentration steinbildender Substanzen. Stark verarbeitete und salzreiche Lebensmittel sollten hingegen nur selten konsumiert werden, da ein hoher Salzkonsum die Kalziumausscheidung im Urin steigert.

Auch eine ausgewogene Proteinzufuhr, regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Übergewicht sind zentrale Faktoren.

Übergewicht und das metabolische Syndrom erhöhen das Risiko für Nierensteine deutlich.

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KO KOSMO-Redaktion
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