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AMS führt „Dating“-Konzept in Arbeitsvermittlung ein!

AMS führt „Dating“-Konzept in Arbeitsvermittlung ein!
(FOTO: iStockphoto/Angelina Cecchetto)
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Das österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) schlägt ein neues Kapitel in der Jobvermittlung auf. Mit dem innovativen Tool „Kompetenz-Matching“ sollen Jobs künftig nicht mehr nach Berufsbezeichnungen, sondern nach Kompetenzen vermittelt werden. Das AMS bezeichnet diese Neuerung als die bedeutendste Innovation der letzten 25 Jahre.

Das Kompetenz-Matching-Tool, eine Art digitales Dating für Jobsuchende, soll den Vermittlungsprozess revolutionieren. Statt den Fokus auf die Berufsbezeichnung zu legen, wird die Betonung auf die Fähigkeiten und Kompetenzen der Jobsuchenden gelegt. Dieser Ansatz ähnelt dem Vorgehen von Partnervermittlungsplattformen: Es geht darum, die richtigen Matches zu finden.

Karl-Heinz Snobe, der steirische AMS-Landesgeschäftsführer, erklärt das Prinzip folgendermaßen: „Wir gehen her und schauen, was bei einer offenen Stelle tatsächlich an Kompetenzen gefragt wird, was das Unternehmen sagt, was es unbedingt notwendig braucht. Dann matchen wir eben mit diesen Kompetenzen auf der anderen Seite bei arbeitssuchenden Menschen.“ Laut Snobe wurden bereits 25.000 Kompetenzen in das System eingegeben, was auch arbeitslosen Personen eine Chance gibt, die von der Berufsbezeichnung her vielleicht nicht passen würden.

Auswirkungen auf Unternehmen und Arbeitssuchende

Unternehmen werden aufgefordert, konkrete Fähigkeiten anzugeben, die für eine offene Stelle benötigt werden. Jobsuchende hingegen werden genau danach befragt, welche Kompetenzen sie mitbringen. Aktuell sind beim AMS mehr als 14.000 offene Stellen registriert, während knapp 29.000 Personen einen Job suchen. Mit dem neuen System soll die durchschnittliche Vermittlungsdauer von 40 Tagen reduziert werden.

Snobe betont, dass das AMS sich an die Transformation am Arbeitsmarkt anpasst: „Wir sprechen auch davon, dass Menschen, die nach Österreich kommen, erworbene Kenntnisse mitbringen, die hier unsere Berufssystematik bisher gar nicht abgebildet hat. Wenn wir das mit Kompetenzen von den arbeitslosen Personen beziehungsweise von den Betrieben, die Personal suchen, beschreiben, da erwarten wir uns auch eine viel höhere Trefferquote.“ Das Kompetenz-Matching-Tool befindet sich derzeit noch in der Testphase, soll aber ab dem kommenden Jahr österreichweit zum Einsatz kommen.