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BALL-TRADITION

Ballsaison-Auftakt in Wien: Das sind die Bälle der BKS-Community

(FOTO: EPA-EFE/FLORIAN WIESER)

Der Faschingsbeginn kennzeichnet gleichzeitig auch die Eröffnung der Ballsaison in Wien, deren Höhepunkt der traditionelle Opernball darstellt. Im Wiener Ballkalender finden sich auch der „Savaball“, der vom Serbischen Zentrum heuer in der repräsentativen Location in der Wiener Hofburg organisiert wird, sowie mehrere Bälle, die von der kroatischen Gemeinde veranstaltet werden.

Den Auftakt in die Ballsaison machte der Ball der Wiener Rauchfangkehrer im Palais Ferstel. „Es tut gut zu wissen, dass es heuer wieder eine richtige Ballsaison geben wird,“ sagte die Präsidentin des Verbands der Wiener Tanzschulen, Karin Lemberger.

Einnahmen für die Wirtschaft

Die Ballsaison beschert der Wiener Wirtschaft große Umsätze. Laut Schätzungen werden in der heurigen Ballsaison rund 300 Millionen Euro eingenommen, wovon 170 Millionen auf Wien allein entfallen.

Die Wirtschaftskammer rechnet vor, dass ein typischer Ballabend ca. 275 Euro pro Gast kostet. Dabei werden 95 Euro für die Karte, 75 Euro für Essen und Trinken, 60 Euro für die Erneuerung der Abendgarderobe veranschlagt. Nicht mitgerechnet sind Kosten für Taxi und Friseur.

Es wird erwartet, dass heuer rund 600.000 Wiener einen der zahlreichen Bälle besuchen werden.

Der Opernball, der am 16. Februar stattfindet, ist mit 5000 Gästen der größte Ball in Österreich, der auch live im Fernsehen übertragen wird.

Der Jägerball feiert heuer sein 100-jähriges Jubiläum, und der Philharmonikerball findet zum 80. Mal statt. Am 21. Jänner 2023. findet auch Kroatenball statt.

Heiliger Sava Ball

Der Heiliger Sava Ball, der in der Tradition der Serben in Österreich einen festen Platz einnimmt, findet am 10. Februar statt. Die Gäste des Heiliger Sava Ball erwarten heuer mehrere Highlights, und der Veranstaltungsort in der Hofburg, wo der Ball zum ersten Mal ausgerichtet wird, wird für eine besondere festliche Stimmung sorgen.

,,Nächstes Jahr findet der Savaball am 10. Februar statt. Wir erwarten etwa 1500 Gäste. Der Online-Ticketverkauf beginnt diese Woche auf der Website des Serbischen Zentrums. Die Gäste erwartet der Auftritt vieler Künstler aus Österreich und Serbien und ein reichhaltiges künstlerisches Programm, das mit Ballett, Tanz und Musik durchsetzt wird. Erstmals wird auch zur bisher nur gespielten „Serben-Quadrille“ getanzt”, sagte Nikola Osmokorovic, Referent für Kulturförderung im Serbischen Zentrum.

Die Idee, die Tradition des Heiliger Sava Ball in Wien wiederzubeleben, entstand in Zusammenhang mit der Initiative der Johann Strauss Gesellschaft, eine Gesamtaufnahme der Orchesterwerke von Johann Strauss herauszugeben, wobei die Gesellschaft serbische Unternehmer in Wien kontaktierte und um Mitunterstützung bat. Unter den von der Publikation umfassten Werke befindet sich auch die „Serben-Quadrille“.

In der Entstehungsgeschichte dieser Komposition finden sich Angaben, dass der serbische Fürst Milos Obrenovic, der ab 1842 in Wien gelebt hatte und ein regelmäßiger Gast auf Wiener Bällen gewesen war, eine Begleitkomposition für den Slawenball bei Johann Strauß Sohn in Auftrag gegeben hatte.

So entstand die „Serben-Quadrille“, welche beim Slawenball 1846 in Wien erstmals aufgeführt wurde.

Mit dem Slawenball verfolgte Milos Obrenovic das Ziel, alle zu jener Zeit in Wien lebenden Serbinnen und Serben einmal im Jahr bei einer festlichen Veranstaltung zu versammeln, und unter den Gästen waren namhafte Wissenschaftler und Schriftsteller wie Vuk Stefanovic Karadzic und Branko Radicevic.

Nach einer über 100-jährigen Unterbrechung der von Milos Obrenovic angefangenen Balltradition, beschloss das Serbische Zentrum im Jahr 1998, die Tradition wiederzubeleben und einen serbischen Ball in Wien – diesmal unter dem Namen „Savaball“ – zu organisieren.

Das Festprogramm des Heiliger Sava Balls spannt einen Bogen zwischen den beiden Kulturen und umfasst sowohl den Wiener Walzer als auch traditionelle serbische Tänze.

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