Eine blinde Seniorin, ein falsches Ziel, keine Konsequenzen – in Wien sorgt ein Taxifahrer für Empörung.
Eine blinde Seniorin wollte in Wien eine Seelenmesse besuchen – und verpasste sie, weil ein Taxifahrer sie an der völlig falschen Kirche abgesetzt hatte.
Der Vorfall ereignete sich in Wien-Leopoldstadt. Die blinde Frau hatte ein Taxi gerufen, um rechtzeitig zur Seelenmesse zu gelangen, die um 18:30 Uhr beginnen sollte. Ihr Ziel war die Pfarrkirche Am Schüttel in der Rustenschacher Allee. Stattdessen wurde sie an einer anderen Adresse zurückgelassen.
Falsches Ziel
Gegen 18:45 Uhr bemerkte der Passant Wolfgang W. die ältere Dame, die ratlos vor der Pfarrkirche St. Leopold stand. Die Frau wandte sich von sich aus an ihn. „Sie hat gemerkt, dass jemand vorbeigeht, und mich aktiv gefragt, wo die Seelenmesse sein kann.“
Wie Wolfgang W. schildert, hatte die Seniorin dem Taxifahrer ausdrücklich erklärt, dass die gesuchte Kirche sich in der Nähe des Bundesblindeninstituts befindet. Dennoch wurde sie rund drei Kilometer vom eigentlichen Ziel entfernt abgesetzt. Wolfgang W. zeigte sich darüber offen empört: „Eine Sauerei, die Frau knallhart vor die falsche Kirche zu bringen.“
Keine Konsequenzen
Eine offizielle Beschwerde gegen den Fahrer ist kaum möglich. Die Taxi-Innung erklärte, ohne konkrete Angaben zur Fahrt nicht handeln zu können: „Ohne Angaben zum Taxi wie Kennzeichen oder Rechnung ist es der Taxi-Innung leider nicht möglich, etwaigen Beschwerden zu Fahrten nachzugehen.“