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Schockierende Studie

Bluthochdruck bei Volksschülern erhöht Sterberisiko um 50 Prozent

Bluthochdruck bei Volksschülern erhöht Sterberisiko um 50 Prozent
FOTO: iStock/Liderina
4 Min. Lesezeit |

Was im Grundschulalter beginnt, kann Jahrzehnte später tödlich enden: Erhöhter Blutdruck bei Siebenjährigen steigert das Risiko für einen frühen Herztod dramatisch.

Bereits im Grundschulalter kann erhöhter Blutdruck schwerwiegende Folgen für das spätere Leben haben. Wie neue Forschungsergebnisse zeigen, steht ein erhöhter Blutdruck bei Siebenjährigen in direktem Zusammenhang mit einem deutlich höheren Risiko, später an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Besonders gefährdet sind Kinder, deren Blutdruckwerte zu den oberen zehn Prozent ihrer Altersgruppe zählen.

„Bluthochdruck im Kindesalter kann das Sterberisiko in den folgenden fünf Lebensjahrzehnten um 40 bis 50 Prozent erhöhen„, warnt Dr. Alexa Freedman von der Northwestern University in Chicago. Als Hauptautorin der Studie gibt sie zu, dass ihr Forschungsteam selbst überrascht war, einen so deutlichen Zusammenhang zwischen kindlichem Bluthochdruck und schweren kardiovaskulären Problemen im mittleren Lebensalter nachweisen zu können.

Die Ergebnisse wurden kürzlich auf den Hypertension Scientific Sessions der American Heart Association präsentiert und durchlaufen derzeit noch den Peer-Review-Prozess (wissenschaftliche Begutachtung). Obwohl Bluthochdruck als Hauptrisikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt ist, waren die Belege für langfristige Sterberisiken bisher begrenzt. Angesichts der steigenden Zahl von Kindern mit erhöhtem Blutdruck gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung. „Unsere Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig Blutdruck-Screenings bereits im Kindesalter sind“, betont Freedman.

Umfassende Studiendaten

Bisherige Studien hatten bereits gezeigt, dass erhöhter Blutdruck bei Zwölfjährigen das Risiko eines Herztodes bis zum mittleren Alter erhöht. Die aktuelle Untersuchung geht jedoch weiter: Sie verfolgt die Auswirkungen sowohl des oberen (systolischen) als auch des unteren (diastolischen) Blutdruckwerts bei einer vielfältigen Gruppe von Kindern bis in deren Mitte 50. Die Forscher analysierten Daten von fast 38.000 amerikanischen Kindern, deren Mütter zwischen 1959 und 1965 am US Collaborative Perinatal Project teilnahmen.

Bei allen Kindern wurde im Alter von sieben Jahren der Blutdruck gemessen und entsprechend den Richtlinien der American Academy of Pediatrics in alters-, geschlechts- und größenspezifische Perzentile (Vergleichswerte) eingeordnet. Mithilfe des National Death Index verfolgten die Wissenschaftler den Gesundheitszustand der Teilnehmer bis 2016, als diese durchschnittlich 54 Jahre alt waren. Zu diesem Zeitpunkt waren 2.729 Personen verstorben, davon 487 an kardiovaskulären Ursachen.

Strukturelle Herzschäden beginnen früh

Die dramatischen Langzeitauswirkungen erklären sich durch die kontinuierlichen Schäden am Herz-Kreislauf-System. Bereits eine leichte Erhöhung des Blutdrucks im Kindes- und Jugendalter führt zu strukturellen und funktionellen Herzschäden, die sich im Erwachsenenalter weiter verschlimmern. Je länger erhöhte Blutdruckwerte bestehen, desto größer wird der Schaden für die Herzmuskelfunktion bis zum mittleren Lebensalter.

Zusätzliche Risikofaktoren können die Gefahr weiter verstärken: Familiäre Veranlagung, Übergewicht, Passivrauchen oder bestimmte Medikamente erhöhen das ohnehin schon bestehende Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen noch weiter. Diese Erkenntnis unterstreicht die Bedeutung einer umfassenden Risikobeurteilung bereits in der Kindheit.

Klare Risikozusammenhänge

Nach Berücksichtigung demografischer Faktoren und des Body-Mass-Index zeigte sich ein klarer Zusammenhang: Kinder mit höherem Blutdruck im Alter von sieben Jahren hatten ein deutlich größeres Risiko für einen vorzeitigen Herztod bis zur Lebensmitte. Sowohl erhöhter Blutdruck als auch Hypertonie waren mit einem 40 bis 50 Prozent höheren Risiko eines frühen kardiovaskulären Todes im Erwachsenenalter verbunden.

Selbst bei Kindern mit Blutdruckwerten im normalen Bereich zeigte sich: Lagen die Werte moderat über dem Durchschnitt, stieg das Risiko eines vorzeitigen Herztodes um 13 Prozent beim systolischen und um 18 Prozent beim diastolischen Blutdruck. „Diese Studie bestätigt, dass die Blutdruckkontrolle ein wichtiger Indikator für die Herzgesundheit bereits in der Kindheit ist“, erklärt Dr. Bonita Falkner, Expertin der American Heart Association und emeritierte Professorin an der Thomas Jefferson University.

Präzise Diagnose entscheidend

Für eine zuverlässige Diagnose von Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen empfehlen Experten jedoch eine sorgfältigere Vorgehensweise als in der aktuellen Studie angewandt: Der Blutdruck sollte mindestens zweimal in Ruhe gemessen werden, idealerweise ergänzt durch eine 24-Stunden-Messung. Diese erfasst Tagesdurchschnittswerte und nächtliche Blutdruckabfälle und entspricht den aktuellen Empfehlungen der pädiatrischen Präventionsmedizin.

Die Studie weist allerdings einige Einschränkungen auf: Bei den Teilnehmern wurde nur eine einzige Blutdruckmessung im Alter von sieben Jahren durchgeführt, und die Kohorte bestand hauptsächlich aus schwarzen und weißen Amerikanern, was die Übertragbarkeit auf andere ethnische Gruppen einschränkt. Diese einmalige Messung könnte zu Fehldiagnosen geführt haben, weshalb die tatsächlichen Risiken möglicherweise noch präziser einzuschätzen sind.

Dennoch unterstreichen die Ergebnisse die Bedeutung des kindlichen Blutdrucks als Frühindikator für die spätere Gesundheit und die Notwendigkeit, frühzeitig präventive Maßnahmen einzuleiten.

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KO KOSMO-Redaktion
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