Start NEWS PANORAMA Bruch mit Konstantinopel: Wie steht es um orthodoxe Kirchen in Österreich?
RELIGION

Bruch mit Konstantinopel: Wie steht es um orthodoxe Kirchen in Österreich?

Orthodoxe Kirche
Die Russisch-orthodoxe Kathedrale hl. Nikolaus im dritten Wiener Gemeindebezirk. (Foto: commons.wikimedia.org/Straßl Elisabeth)

In Österreich zählt die Orthodoxie zur zweitstärksten religiösen Gemeinschaft. Die Spaltung der orthodoxen Welt, das Moskauer Patriarchat und das von Konstantinopel fechten einen Streit aus, könnte sich auch auf die orthodoxe Kirche in Österreich auswirken.

Seit den letzten offiziellen Zahlen 2014 habe die orthodoxe Kirche in Österreich stark zugelegt. Vor vier Jahren zählte diese Gemeinschaft rund 500.000 Gläubige. Das Sekretariat des griechisch-orthodoxen Metropoliten schätzt nun sogar 750.000 bis 800.000 Orthodoxe (KOSMO hat berichtet). In Österreich gibt es sieben orthodoxe Kirchen, die in der Orthodoxen Bischofskonferenz vertreten sind. Das Patriarchat von Konstantinopel (griechisch-orthodox), das Patriarchat von Antiochien, die russisch-orthodoxe Kirche, die serbisch-orthodoxe Kirche, die rumänisch-orthodoxe Kirche, die bulgarisch-orthodoxe Kirche und die georgisch-orthodoxe Kirche. Sie gehören zur einen Orthodoxen Kirche an.

Größte orthodoxe Kirche von Serben
Zumindest vor dem Streit um die Machtverhältnisse. Das Moskauer Patriarchat hatte aufgrund des Streits um die Eigenständigkeit der orthodoxen Kirche in der Ukraine, die Kirchengemeinschaft mit dem Patriarchat von Konstantinopel aufgehoben, berichtet ORF. Damit wird es für die Geistlichen der russisch-orthodoxen Kirche nicht möglich sein, mit Klerikern der Kirche von Konstantinopel zu konzelebrieren. Dies wirkt sich auch auf die russisch-orthodoxen Geistlichen und Gläubigen in Österreich aus. Zahlenmäßig bilden Serben in Österreich die größte orthodoxe Kirche. Insgesamt werden 300.000 Gläubige geschätzt.

Politik und Kirche
Durch den Beschluss eine eigenständige ukrainisch-orthodoxe Kirche zu gewähren, werden die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine weiter belastet. In der gebilligten Abspaltung von Konstantinopel wittert Moskau einen Angriff. Für die Ukraine würde der Einfluss Moskaus, durch eine eigenständige Kirche, schrumpfen. Des Weiteren wäre eine eigene Kirche ein Erfolg für den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, der bei den Wahlen 2019 damit punkten könnte, berichtet “Standard”.