Ein Pole, ein Wallfahrtsort und eine Nacht, die Spuren hinterließ – nun bestätigte das Gericht die Anklage.
Das Gericht von Bosnien und Herzegowina hat die Anklage gegen Bartlomej Vlodzimjerz Krakoviak bestätigt. Ihm werden Sachbeschädigung sowie die Verhöhnung religiöser Symbole in Međugorje vorgeworfen – der entstandene Schaden wird auf rund 130.767 Konvertible Mark (bosnische Währung) beziffert.
Anschlag auf Kirche
In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli soll Krakoviak beleidigende Botschaften auf religiösen Symbolen hinterlassen und versucht haben, den Außenaltar der Kirche des Heiligen Jakob in Međugorje in Brand zu setzen. Die Inschriften waren in mehreren Sprachen verfasst – darunter Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Englisch und Polnisch. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mit diesen Handlungen gezielt religiösen Hass und Intoleranz schüren zu wollen.
Zwei Priester aus Međugorje, die als Zeugen auftraten, schilderten die Vorfälle als schwerwiegende Herabwürdigung religiöser Symbole. Krakowiaks Verteidigerin Denisa Gacanin betonte hingegen, ihr Mandant habe niemanden verletzen wollen. Sein Motiv sei vielmehr die Überzeugung gewesen, dass die Erscheinungen der Seherinnen von Međugorje auf einer Täuschung beruhten – er habe dies öffentlich sichtbar machen wollen.
Krakoviak in Haft
Krakoviak selbst erklärte, er sei bereit, in Untersuchungshaft zu verbleiben.
Međugorje im Kanton Herzegowina-Neretva ist ein international bekannter Wallfahrtsort, der jährlich Millionen von Pilgern anzieht.