Vibrierende Schuhe statt Kopfhörer: In Tirol flog ein raffinierter Schummlerring bei der Führerscheinprüfung auf – mit spürbaren Folgen.
In einer Fahrschule im Tiroler Unterland wurden 16 Prüfungskandidaten beim Schummeln erwischt. Sie hatten versucht, die theoretische Führerscheinprüfung mithilfe versteckter technischer Hilfsmittel zu bestehen – der Betrugsversuch flog jedoch auf.
Präparierte Schuhe
Das Vorgehen der Kandidaten war dabei technisch ausgeklügelt: Über versteckte Minikameras standen sie während der Prüfung in Kontakt mit externen Helfern, die ihnen die richtigen Antworten übermittelten. Die Informationen wurden dabei nicht über Kopfhörer, sondern über präparierte Schuhe weitergegeben, die entsprechende Vibrationssignale erzeugten. Der Vorfall liegt nach aktuellem Stand rund drei Wochen zurück.
Aufgeflogen ist das Ganze erst im Nachhinein – durch Auffälligkeiten, die ein digitales Lernprogramm zur Prüfungsvorbereitung sichtbar machte. Ein Zeuge schilderte den Fall gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“: „Teilweise haben sie mit null Übung 100 Prozent der Fragen richtig beantwortet.“ Derselbe Zeuge ergänzte: „Offenbar glaubten sie, bei uns wird weniger genau kontrolliert.“
Harte Konsequenzen
Die Konsequenzen für die Ertappten sind empfindlich: Alle 16 Kandidaten – viele von ihnen stammen laut Bericht aus Zentralasien – müssen eine eineinhalbjährige Sperre abwarten, bevor sie erneut zur Prüfung zugelassen werden. Bereits absolvierte Fahrstunden werden nicht angerechnet; sie müssen die gesamte Ausbildung von Grund auf neu beginnen.
Seit dem 1. September gelten in Österreich zudem verschärfte Regelungen für jene, die bei der Führerscheinprüfung betrügen.