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30 Jahre lang

Gefahr durch rohes Fleisch: Würmer können in deinen Muskeln überleben

Gefahr durch rohes Fleisch: Würmer können in deinen Muskeln überleben
FOTO: iStock/AndreySt/dotana
3 Min. Lesezeit |

Ein unsichtbarer Parasit, der jahrzehntelang im Körper überleben kann – und der Weg dorthin führt oft über den Esstisch.

Wer Fleisch verarbeitet oder verzehrt, sollte grundlegende Regeln kennen – denn Fehler dabei können ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist ausdrücklich auf die Gefahr durch Trichinen hin, da diese nach Paragraf 7 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz eine meldepflichtige Infektionskrankheit auslösen können. Die Trichinellose tritt zwar äußerst selten auf – dem BfR zufolge wurden zwischen 2001 und 2010 durchschnittlich nur etwa sechs Fälle pro Jahr registriert –, dennoch ist das Risiko nicht zu unterschätzen.

Die winzigen Fadenwürmer parasitieren in der Skelettmuskulatur von Säugetieren, Vögeln und Reptilien. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt ausschließlich über den Konsum von rohem Fleisch, das infektionsfähige Larven enthält. Diese vermehren sich anschließend in der Darmschleimhaut und können eine Trichinellose auslösen.

Der Krankheitsverlauf reicht von leicht bis schwer; typische Symptome sind Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starker Durst sowie ein allgemeines Schwächegefühl. Bei längerem Verlauf können zudem Fieber, Muskelschmerzen und Schwellungen im Augenbereich hinzukommen. Die Erkrankung kann sich über viele Wochen erstrecken.

Behandlung & Diagnose

Besonders problematisch ist die Eigenschaft der Larven, sich in stark durchbluteten Muskeln wie der Kaumuskulatur, den Schultern, dem Zwerchfell, den Oberarmen oder dem Nacken einzunisten – und dort bis zu 30 Jahre lang zu überleben. Wird eine Infektion diagnostiziert, ist rasches Handeln entscheidend. Solange sich die Trichinenlarven noch im Darm befinden oder auf dem Weg in die Muskulatur sind, stehen die Behandlungsaussichten deutlich besser.

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Eingesetzt wird dabei ein Anthelminthikum (Entwurmungsmittel), das gezielt den Stoffwechsel der Parasiten hemmt. In schwerwiegenden Fällen kann sogar eine Chemotherapie notwendig werden, um dauerhafte Schäden an der Muskulatur so gering wie möglich zu halten.

Kontrollen & Risiken

Für das Nutzvieh selbst haben die Fadenwürmer keine nennenswerte gesundheitliche Bedeutung. Um Erkrankungen beim Menschen zu verhindern, werden in Deutschland jedoch jährlich rund 40 Millionen Hausschweine, 15.000 Pferde und 300.000 Wildschweine auf Trichinen untersucht – eine Pflicht, die für Betriebe bereits seit 1937 gilt. Ergänzend dazu wird Schweinefleisch eingefroren, um die Parasiten abzutöten und sicherzustellen, dass trichinenbelastetes Fleisch erst gar nicht beim Verbraucher ankommt.

Das ist besonders relevant, da manche Produkte explizit für den rohen Verzehr bestimmt sind, etwa Mett oder bestimmte Wurstsorten. Die Trichinellose gilt deshalb als sogenannte Importkrankheit. Bei Produkten aus Ländern außerhalb der EU sowie bei Haus- und Einzeltierschlachtungen ist daher besondere Vorsicht geboten – vor allem bei Wildfleisch, das als besonders anfällig gilt.

Wer Fleisch zubereitet, sollte stets darauf achten, dass im Inneren eine Kerntemperatur von mindestens 65 Grad Celsius erreicht wird, da Trichinen bei dieser Hitze zuverlässig abgetötet werden.

Bei größeren Steaks, die medium gebraten werden, ist diese Temperatur im Kern jedoch nicht immer gewährleistet.

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KO KOSMO-Redaktion
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