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LABORUNFALL-THESE

Geheimdienst-Infos entfachen erneut Debatte über Corona-Ursprung

(FOTO: iStockphoto)

Neue Informationen des Geheimdienstes heizen die Debatte über einen Labor-Ursprung des Coronavirus wieder an.

Zuletzt hatte der WHO-Chef Ende März die Prüfung der Laborunfall-These des Coronavirus gefordert. Dann war es rund um diese Thematik eine Zeit lang wieder ruhiger. Bis zum vergangenen Sonntag: Da veröffentlichte das „Wall Street Journal“ nämlich einen Artikel, in dem von einem neuen Geheimdienstbericht die Rede ist. Demnach seien drei Mitarbeiter des „Wuhan Institute of Virology“ im November 2019 – also noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie – so schwer krank geworden, dass sie im Spital behandelt werden mussten.

Konkret soll in dem Bericht davon die Rede sein, dass die Mitarbeiter des „Wuhan Institute of Virology“ Symptome gezeigt hätten, die sowohl auf Covid-19 als auch auf eine saisonale Erkrankung (Grippe) hindeuten könnten. Die Informationen sind bisher in dieser Form noch nicht veröffentlicht worden. Die Details aus dem Geheimdienstbericht gehen weit über ein „Fact Sheet“ des US-Außenministeriums hinaus, das in den letzten Tagen der Trump-Regierung herausgegeben worden war.

Weitere Nachforschungen sind nötig
Nach dem Erscheinen der neuen Erkenntnisse, äußerten sich aktuelle und frühere Regierungsbeamte mit unterschiedlichen Ansichten zur Beweislast. Einig war man sich laut „Wall Street Journal“ lediglich darüber, dass weitere Nachforschungen nötig seien, um dem Coronavirus-Ursprung weiter auf den Grund zu gehen.

Virus durch Mitarbeiter aus Labor entkommen?
Am Montagabend trifft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf zusammen, um die Frage nach dem Ursprung des Coronavirus zu besprechen. Die neuen Erkenntnisse dürften die Debatte nun weiter anheizen. Einige Befürworter der Labor-Theorie gehen davon aus, dass in dem Labor in Wuhan an Coronaviren von Fledermäusen geforscht wurde und das Virus dabei versehentlich aus dem Labor entkommen sei. Dies hätte etwa über Mitarbeiter passieren können, die sich mit dem Virus infizierten.

Labor-Theorie „extrem unwahrscheinlich“
Im Jänner war ein WHO-Team nach Wuhan gereist, um den Ursprung des Coronavirus zu untersuchen (KOSMO berichtete). Nach den Untersuchungen ging dass Expertenteam davon aus, dass eine Übertragung vom Tier auf den Menschen (Zoonose) die wahrscheinlichste Variante für den Corona-Ausbruch sei. Einen möglichen Labor-Ursprung wollte aber auch das WHO-Team nicht vollständig ausschließen. Diese sei jedoch laut dem damaligen Wissensstand „extrem unwahrscheinlich“ gewesen.

Dem gegenüber hält David Asher, ein ehemaliger Mitarbeiter einer Arbeitsgruppe des US-Außenministeriums, den Ursprung des Coronavirus im Institut für Virologie in Wuhan für „sehr wahrscheinlich“, wie er bereits im März zu „Sky News“ sagte. Dem „Wall Street Journal“ sagte er nun, dass er sich nicht vorstellen könne, dass „drei Personen unter strengen Labor-Bedingungen gleichzeitig erkranken“.

Falls in einem Labor, in dem an Coronaviren geforscht werde, dennoch mehrere Personen gleichzeitig erkranken, könne es sich „wohl kaum“ um eine gewöhnliche Grippe handeln. Schon gar nicht, wenn die Forscher mit ernsten Symptomen im Krankenhaus behandelt werden, so Asher weiter. Auf eine offizielle Anfrage des „Wall Street Journal“ an China antwortete Peking, dass die USA die Labor-Theorie „übertreiben“ würden.

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