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SKOPJE/SOFIA/MOSKAU

Russland mischt sich in Streit zwischen Bulgarien und Nordmazedonien ein

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(FOTO: Instagram/Vladimir Putin)

Während Bulgarien Anstrengungen unternimmt, die Beziehungen zu Nordmakedonien zu verbessern, gab die russische Botschaft in Skopje eine Botschaft heraus, die wohl als Provokation in Sofia angesehen werden könnte.

Wer hat’s erfunden? Der 24. Mai wird in mehreren Ländern – darunter Bulgarien, Russland und Nordmakedonien – als Tag der Heiligen Brüder Kyrill und Methodius und der kyrillischen Schrift gefeiert. Am 27. Mai wollen die Präsidenten Bulgariens und Nordmazedoniens gemeinsam nach Rom reisen, um den heiligen Kyrill und den heiligen Methodius zu ehren. Dies wird als Schritt zur Erwärmung der Beziehungen beider Länder angesehen.

Der Präsident Bulgariens, Rumen Radew, kündigte im Zusammenhang mit der gemeinsamen Reise an: „Zusammen mit dem Präsidenten der Republik Nordmakedonien, Stevo Pendarovski, werden wir nicht nur die Arbeit der heiligen Brüder Cyril und Methodius in Rom würdigen, sondern gemeinsam in einem Flugzeug reisen. Wir werden gemeinsam unseren klaren, gegenseitigen und politischen Willen erklären, die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern im Geiste des Vertrauens, der Freundschaft und der guten Nachbarschaft zu entwickeln“, so Radev.

Die Reise wird als symbolische Geste inmitten der Spannungen zwischen Sofia und Skopje angesehen. Ende 2020 hatte Bulgarien ein Veto gegen den Beginn der EU-Beitrittsgespräche mit Nordmazedonien eingelegt. Es folgte eine massive anti-bulgarische Kampagne aus Nordmazedonien, und die Arbeit der bilateralen Kommission für historische Fragen wurde vollständig blockiert.

Der bulgarische Präsident sagte, dass „wir uns ruhig, offen und freiwillig zusammensetzen und unsere bilateralen Probleme lösen müssen“. Doch in der Zwischenzeit veröffentlichte die russische Botschaft in Skopje eine Mitteilung zur Erschaffung des slawischen Alphabets durch die Brüder Kyrill und Method. Diese könnte allerdings in Sofia als Provokation angesehen werden.

Demnach soll die Alphabetisierung Russlands ihren Ursprung im „Land Mazedonien“ haben. Faktisch existierte zur Zeit von Kyrill und Method allerdings kein mazedonischer Staat in diesem Sinne. Ebenfalls historisch belegt ist, dass das Alphabet vom Königreich Bulgarien in Auftrag gegeben wurde.

Die russische Botschaft in Skopje zitierte Wladimir Putin und gratulierte dem „brüderlichen mazedonischen Volk“ am 24. Mai, dem Tag der Heiligen Kyrill und Methodius.

„Heute ist in Russland ein feierlicher Tag – der Tag der slawischen Schrift, und die Schrift kam aus dem mazedonischen Land zu uns“, twitterte die russische Botschaft in Skopje und zitierte den russischen Präsidenten.

Die Geschichte neu zu schreiben und ein Land gegen das andere zu spielen, ist nichts Neues in der Kreml-Taktik. Diese zielt darauf ab, die weitere EU-Erweiterung zu blockieren. Russland erwartet von Nationalisten in Skopje, dass sie Putins Position begrüßen. Gleichzeitig wolle man Nationalisten in Sofia dazu bringen, die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen mit Skopje noch stärker zu verhindern.

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