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„Hanuma kocht“ feiert 5-jähriges Jubiläum

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FOTO: Hanuma kocht

Foodbloggerin Elma Pandžić verzückt ihre Follower in ihrem zweisprachigen Blog “Hanuma kocht” seit nunmehr fünf Jahren mit Rezepten aus ihren beiden Heimaten – Österreich und Bosnien-Herzegowina und KOSMO durfte sie auf einem großen Teil ihres Weges begleiten.

Gemeinsam mit Elma versorgen wir unsere Leser inzwischen bereits seit über zweieinhalb Jahren alle zwei Wochen mit leckeren Rezepten, doch neben KOSMO wurden mittlerweile noch viele andere auf die Feinschmeckerin aufmerksam.

Alle Wege führen nach Braunau
Es begann im November 2014 in einer kleinen Küche in Laab, Braunau. Damals fasste die studierte Publizistin und Kommunikationswissenschaftlerin Elma Pandžić den Entschluss, ihre Koch- und Backleidenschaft mit anderen zu teilen. Fünf Jahre später hat sich in der Welt von „Hanuma kocht“ (zu Deutsch: Frau kocht) viel getan. Mittlerweile folgen ihr auf der Videoplattform YouTube über 80.000 Menschen, die ihre Videos 14 Millionen Mal gesehen haben. Pro Woche wird ihr zweisprachiger Foodblog von etwa 20.000 Besuchern nach Rezepten durchstöbert und auch in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram und Pinterest wächst die Zahl jener, die sich von der Qualität ihres Blogs überzeugen konnten.

Bis heute hat die gebürtige Bosnierin über 200 verschiedene Rezepte aus dem deutschsprachigen Raum, ihrer Heimat Bosnien und Herzegowina und anderen Balkanländern veröffentlicht. Die regionalen Medien verfolgen die Arbeit der Wahl-Braunauerin seit Jahren. Es berichtete aber auch die Kleine Zeitung für Kärnten, und Magazine wie „die Oberösterreicherin“. Das bosnische Fernsehen strahlt mehrmals pro Woche Videos der Hobbyköchin aus und das österreichische Ethno-Magazin Kosmo veröffentlicht regelmäßig Rezepte von ihr.

Hanuma & KOSMO

Aber auch KOSMO begeistert sich inzwischen seit über zweieinhalb Jahren für das Allroundtalent. „Die Zusammenarbeit mit KOSMO bedeutet mir sehr viel, weil wir beide, auf unsere ganz eigene Art und Weise, zwei Kulturen verbinden. KOSMO ist das Sprachrohr der Balkan-Community und ich freue mich, seit mittlerweile fast drei Jahren, mit diesem tollen Team zusammenarbeiten zu dürfen“, so Elma.

Hanuma, was?
„Zugegeben, der Name klingt exotisch und viele Österreicher wissen nicht so recht, wie sie ihn aussprechen sollen. Tatsache ist aber, er passt zu mir. Wer mich kennt, weiß dass mir Authentizität wichtig ist. Ich möchte mein eigenes Ding machen, anstatt mit dem Strom zu schwimmen.“ Hanuma kocht bedeutet so viel wie Frau oder Dame kocht. Der Begriff stammt aus dem Türkischen und wird in Bosnien tagtäglich gebraucht. Mit ihrer Arbeit möchte sie eine Brücke zwischen zwei Kulturen schlagen. Dieses Konzept ist einmalig und kommt bei ihren Zusehern gut an. Ihre bosnischen Zuseher suchen meist nach traditionellen Balkanrezepten sowie bekannten österreichischen Mehlspeisen. Die Österreicher und Deutschen hingegen suchen nach Spezialitäten aus der eigenen Küche und Klassikern, die sie aus dem Urlaub kennen, wie zum Beispiel Ćevapčići und Fladenbrot. Die beliebtesten Videos auf dem Kanal sind ihre Himbeer-Puddingcremeschnitten ohne Backen und selbst gemachter Käse.

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FOTO: Hanuma kocht

Reindling und Burek reichen sich die Hand
Am meisten hat es ihr das Backen angetan. „Ich liebe die österreichischen Mehlspeisen. Die meisten davon habe ich so oft zubereitet, dass ich schon von ihnen träume. Als junge Bäckerin floh ich regelrecht vor Hefeteigen, bis ich merkte, dass Übung den Meister macht und jetzt gehören Striezel, Brote und Co. zu meinen Lieblingen in der Küche.“ Wenn sie von ihrem Hobby erzählt, sind anfangs viele skeptisch. Eine gebürtige Bosnierin soll Ahnung von der österreichischen Küche haben? Manchmal heißt es sogar, Schuster bleib‘ bei deinen Leisten. „Wenn man bedenkt, dass ich mein ganzes Leben in Österreich verbracht habe und meine Mutter leidenschaftliche Köchin ist, die zuhause sowohl Kärntner Reindling als auch Burek zubereitet, dann lassen sich die Vorurteile schnell widerlegen“, berichtet sie.

Vom Hobby zum Teilzeitjob
Begonnen hat sie mit einer überschaubaren Ausstattung und wenig Wissen über Videoschnitte. „Ich habe jeden Euro in eine hochwertigere Beleuchtung, Kamera und Equipment für meine Food-Fotos investiert und das spiegelt sich in der Qualität meiner Videos wider“. Aus dem Hobby ist im Laufe der Zeit ein Teilzeitjob geworden. Pro Woche wird ein Rezept und Video veröffentlicht. Was für ihre Follower selbstverständlich scheint, ist für die berufstätige Pressereferentin, Mutter und Hausfrau ein Balanceakt. Zweisprachige Videos zu produzieren erfordert viel Geduld und Disziplin. „In der Regel benötige ich bis zu 20 Stunden pro Woche für ein Video auf zwei Sprachen.“ Dabei nimmt Pandžić das Ruder selbst in die Hand. Sie übersetzt die Rezepte, nimmt die Videos auf, bearbeitet und veröffentlicht diese und beantwortet die Kommentare der Zuseher. Ob es da ein Erfolgsgeheimnis gibt? Durchaus. „Man schneidet und nimmt Videos auf, während alle anderen schlafen, wird resistent gegen Schweiß und 35 Grad in der Küche, betrachtet Kneten als eigene Sportart, geht eine Beziehung zu seinem Backofen ein und bietet den Menschen etwas an, das sie gebrauchen können – zum Beispiel gelingsichere Rezepte“, erzählt sie lachend.

Kein Grund, neidisch zu werden

YouTuber sind die Superstars von heute. Ob Kochen, Technik, Videospiele oder Alltagstipps – auf der Videoplattform gibt es nichts, das es nicht gibt und immer mehr Jugendliche träumen davon, eines Tages eine Karriere als „Creator“ zu starten. Darüber kann Elma Pandžić nur lachen. „Nicht jeder Blogger und YouTuber ist automatisch bekannt und kann von seinem Hobby leben. Bei vielen dauert es Jahre, bis sie überhaupt beginnen, etwas zu verdienen. Wenn einem so viele Menschen folgen, weckt das nicht selten Neid, aber ich sehe dafür keinen Grund. Nur wenige sind bereit, jahrelang jeden Tag mehrere Stunden in etwas zu investieren, das sich lange Zeit, zumindest aus finanzieller Hinsicht, nicht lohnt. Entweder macht man das aus Leidenschaft und weil man Spaß daran hat, oder man lässt es lieber sein“, resümiert sie.

Von Cazin über Klagenfurt nach Braunau
Elma Pandžić stammt aus Cazin, einer Stadt im Nordwesten Bosniens. Sie ist in Klagenfurt am Wörthersee aufgewachsen und hat dort Publizistik- und Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt Public Relations studiert. Im Jahr 2011 verschlug es sie der Liebe wegen nach Braunau in Oberösterreich, wo sie seit sieben Jahren als entwicklungspolitische Pressereferentin arbeitet. Als freie Journalistin verfasst sie Artikel zum Themenschwerpunkt „Meine neue Heimat“ in den Braunauer Stadtnachrichten und engagiert sich im Integrationsforum der Stadt Braunau. Sie liebt deutsche Musik aber auch Hits von Balkanlegenden wie Dino Merlin, geht in ihrer Freizeit Joggen und ins Fitnessstudio und findet, dass eine ausgewogene Ernährung stets 3 Bs beinhalten muss: Burek, Baklava und Begova čorba.

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