Mitten im eisigen Kriegswinter erwirkt Trump eine überraschende Atempause für die Ukraine. Putin stimmt einer Feuerpause zu – während die Diplomatie auf Hochtouren läuft.
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben eine Unterbrechung der russischen Angriffe auf Kiew und weitere ukrainische Städte erwirkt. Bei einer Kabinettssitzung in Washington erklärte Trump, er habe Russlands Präsident Wladimir Putin persönlich um diese Feuerpause gebeten – mit Verweis auf die extreme Kältewelle, die die Ukraine mit erwarteten Temperaturen von bis zu minus 30 Grad treffen wird. Putin habe dieser Bitte zugestimmt, so Trump. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Ukraine vor dem möglicherweise härtesten Kriegswinter seit Beginn des Konflikts steht.
⇢ Ukraine und Russland verhandeln heute weiter – trotz Bombardierung
Der Kreml hat am Freitag die Darstellung Trumps bestätigt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erläuterte in der Sendung „Westi“, dass Putin tatsächlich einer persönlichen Anfrage des US-Präsidenten nachkomme, die Angriffe auf Kiew bis zum 1. Februar einzustellen. Laut Peskow verfolge Trump mit dieser Initiative das Ziel, günstigere Bedingungen für mögliche Friedensgespräche zu schaffen.
Ukrainische Reaktion
Die ukrainische Seite hat bereits eine bedingte Bereitschaft zum Entgegenkommen signalisiert. Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte in Aussicht, die ukrainischen Angriffe auf russische Objekte einzustellen, falls Moskau im Gegenzug die Bombardierung ukrainischer Energieinfrastruktur beende. Ein Treffen mit Putin in Moskau lehnte Selenskyj jedoch kategorisch ab. Stattdessen schlug er Verhandlungen auf neutralem Boden vor oder lud Putin alternativ nach Kiew ein.
Geplante Gespräche
Die für Sonntag in Abu Dhabi geplanten Gespräche zwischen ukrainischen und russischen Vertretern stehen nach Angaben Selenskyjs auf wackligen Füßen. Als Hauptgrund nannte er die angespannten Beziehungen zwischen den USA und dem Iran, die bei dem Treffen vermitteln sollten. Außenminister Marco Rubio zufolge werden die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nicht an den Verhandlungen teilnehmen.
Selenskyj betonte die Notwendigkeit, dass alle vereinbarten Teilnehmer bei den Gesprächen anwesend sein müssten.