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Abu Dhabi

Ukraine und Russland verhandeln heute weiter – trotz Bombardierung

Ukraine und Russland verhandeln heute weiter – trotz Bombardierung
FOTO: EPA/UAE Presidential Court
4 Min. Lesezeit |

Während in Abu Dhabi um Frieden gerungen wird, fallen in Kiew und Charkiw erneut Bomben. Die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine stehen unter schwierigen Vorzeichen.

Die Friedensgespräche zwischen Kiew und Moskau werden in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter amerikanischer Vermittlung fortgeführt. Bislang sind keine konkreten Ergebnisse an die Öffentlichkeit gedrungen. Der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow erklärte nach der ersten Gesprächsrunde, das Ziel sei ein würdevoller und dauerhafter Frieden. Kurz nach dieser Mitteilung nahmen russische Streitkräfte in der Nacht erneut ukrainische Großstädte unter schweren Beschuss.

Nach ukrainischen Angaben werden die Gespräche auf der Arabischen Halbinsel heute durch die Teilnahme von Generalstabschef Andrij Hnatow und Generalleutnant Wadym Skibizkyj, dem stellvertretenden Leiter des Militärgeheimdienstes, verstärkt. Die russische Delegation steht unter der Führung von Igor Kostjukow, dem Chef des Militärgeheimdienstes. Die US-Seite wird unter anderem durch den für das Heer zuständigen Staatssekretär Daniel Driscoll vertreten. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bemüht sich seit Monaten um ein Ende des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine – bisher ohne erkennbare Fortschritte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte zwar die Bedeutung solcher dreiseitigen Treffen, die es seit langem nicht mehr gegeben habe.

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Gleichzeitig dämpfte er in seiner abendlichen Videoansprache die Erwartungen und erklärte, es sei noch zu früh für Schlussfolgerungen zu den Gesprächen in Abu Dhabi. Vor allem müsse Russland den von Kremlchef Wladimir Putin im Feber 2022 begonnenen Krieg nun auch beenden, forderte Selenskyj.

Nächtliche Luftangriffe

Trotz dieser diplomatischen Bemühungen folgte in der Nacht eine weitere Welle von Luftangriffen auf ukrainische Städte. Laut dem Nachrichtenportal „The Kyiv Independent“ schlugen in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt Kiew Drohnen und Raketen ein, wobei nach Angaben von Behördenvertretern ein Mensch getötet und vier weitere verletzt wurden. Auch aus Charkiw, der Großstadt nahe der russischen Grenze, wurden schwere Luftangriffe gemeldet. Der Nachrichtenagentur RBK Ukraine zufolge wurden dort mindestens 14 Menschen verletzt. Mehrere Krankenhäuser und Wohngebäude erlitten Schäden, einige Opfer seien unter Gebäudetrümmern eingeschlossen worden.

Bei den Friedensgesprächen in Abu Dhabi, die ohne die Staatsoberhäupter und Außenminister der beteiligten Länder stattfinden, steht im Mittelpunkt die Frage, ob die Regierung Selenskyjs auf die russischen Bedingungen für einen Waffenstillstand eingeht und die ukrainischen Truppen aus dem von ihnen kontrollierten Teil der östlichen Industrieregion Donbass abzieht.

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Die ukrainische Seite lehnt dies bisher ab, und auch in der Bevölkerung gibt es laut Umfragen keine Mehrheit für einen solchen Schritt. Der Kreml hatte diese Forderung vor Beginn der Gespräche erneut als Grundvoraussetzung für einen Waffenstillstand bezeichnet. Zudem droht Russland, das sich auf dem Schlachtfeld im Vorteil sieht, mit einer Fortsetzung des Krieges, falls die gegnerischen Truppen sich nicht zurückziehen sollten.

Moskau erhebt Anspruch auf das gesamte Gebiet Donezk, das russische Truppen bislang zu etwa 80 Prozent kontrollieren. Kiew lehnt einen freiwilligen Rückzug kategorisch ab. Donezk und das benachbarte Gebiet Luhansk, das russische Streitkräfte fast vollständig beherrschen, werden zusammen als Donbass bezeichnet. In den vergangenen Monaten wurden immer wieder Kompromissmöglichkeiten diskutiert, wonach Russland etwa die eroberten Teile der ukrainischen Gebiete Charkiw, Sumy und Dnipropetrowsk aufgeben könnte, um im Gegenzug den kompletten Donbass zu erhalten. Diese Gebiete haben die Invasoren bisher nicht annektiert.

Sicherheitsgarantien gefordert

Für die Ukraine stehen bei den Verhandlungen besonders Sicherheitsgarantien im Fokus, die regeln sollen, wie das Land nach einem möglichen Friedensabkommen vor künftigen russischen Angriffen geschützt werden kann. Hier sieht Selenskyj vor allem die USA in der Pflicht. Über diese Garantien hatte er diese Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos auch mit US-Präsident Donald Trump gesprochen, der auf ein baldiges Ende des Krieges drängt.

Der ukrainischen Delegation gehören neben Umjerow auch Präsidialkanzleichef Kyrylo Budanow, der Fraktionsvorsitzende der Präsidentenpartei im Parlament, David Arachamija, sowie Vize-Außenminister Serhij Kyslyzja an. Die ukrainische Seite strebt zudem Zusagen für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes an, das besonders durch die täglichen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur kaum noch Reserven besitzt.

Die US-Delegation wird vom Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner angeführt. Nach Kremlangaben will auch Putins Beauftragter Kirill Dmitrijew weiterhin mit Witkoff verhandeln, um nach einem möglichen Friedensabkommen die von Sanktionen beeinträchtigten Handelsbeziehungen zwischen Russland und den USA zu intensivieren.

Laut der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass, die sich auf Verhandlungskreise beruft, werden in Abu Dhabi auch Pufferzonen bei einem Ende der Kampfhandlungen sowie Mechanismen zur Überwachung einer Waffenruhe erörtert.

Der Kreml hatte Sicherheitsfragen als das wichtigste Thema der Gespräche bezeichnet.

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KO KOSMO-Redaktion
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