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REGELKATALOG

Misshandlung: Bruder bestimmte sogar, wann seine Schwester aufs Klo durfte

(FOTOS: iStockphoto, Google Maps/Michael Dittrich)

Über viele Jahre soll der 20-jährige, gebürtige Türke seine jüngere Schwester misshandelt und erniedrigt haben. Nun wird ihm in St. Pölten der Prozess gemacht.

Misshandelt, am Heizungsrohr angekettet, getreten, geschlagen und mit einem Nudelholz verprügelt – Seit klein auf wurde die 14-jährige Türkin von ihrem älteren Bruder malträtiert. Nun wird dem 20-jährigen in St. Pölten der Prozess gemacht.

Regelwerk für den WC-Gang
Neben der körperlichen Tortur musste das Mädchen auch zahlreiche Erniedrigungen durch ihren Bruder mitmachen. So hatte der 20-Jährige laut Anklage etwa einen Regelkatalog für seine Schwester aufgestellt. Darin soll er zum Beispiel festgelegt haben, wann die 14-Jährige aufs WC gehen durfte.

Schließlich fiel einem ihrer Lehrer eines Tages ein blauer Fleck auf. Das Mädchen vertraute sich dem Pädagogen an. Bei der Polizei und am ersten Prozesstag berichtete die 14-Jährige unter Tränen von den mutmaßlichen Qualen.

Lüge aus Angst?
Doch gestern, am finalen Prozesstag, sagte die 14-Jährige plötzlich: „Das war alles erlogen.“ Eine Sozialarbeiterin meinte jedoch zur Aussage des Mädchens: „Ich glaube, die Mutter hat die Kleine beeinflusst. Der Bruder hat in U-Haft fast täglich mit der Mutter telefoniert.“

Somit war die fortgesetzte Gewaltausübung vom Tisch, der Richter verurteilte den vorbestraften 20-Jährigen wegen Körperverletzung zu zehn Monaten Haft (nicht rechtskräftig). Die 14-Jährige muss mit einem Verfahren wegen Falschaussage rechnen.

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