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BANJA LUKA

Razzia in Bosnien: 4,5 Kilo Sprengstoff nach Österreich für IS geschmuggelt

(FOTOS: iStockphoto, Social Media Screenshot/ Mirsad O.)

Bosnische Sondereinheiten rückten am Samstag aus, um ein mutmaßlichen Terror-Unterstützer in Banja Luka zu fassen. Der Verdächtige soll für einen in Österreich bereits verurteilten und derzeit inhaftierten IS-Anhänger von Mirsad O. 4,5 Kilo Plastiksprengstoff inklusive Fernzünder organisiert haben.

Am Wochenende gelang bosnischen Spezialkräften in Banja Luka ein spektakulärer Polizeischlag mit reichlich Zündstoff: Zeitgleich stürmten die Spezialeinheiten zwei Örtlichkeiten in Banja Luka. Im Visier: Ein Verdächtiger, der laut bosnischer Justiz im dringenden Verdacht steht, 4,5 Kilo des Plastiksprengstoffs PETN inklusive Fernzünder „aufgestellt“ und den Schmuggel des explosiven Pakets nach Österreich organisiert zu haben. Man habe zahlreiche Beweise sichergestellt.

Lieferung für Anhänger von IS-Hassprädiger Mirsad O.?
Der Verdächtige, zu dem man aufgrund der noch laufenden Operation keine Details nennen will, habe im Auftrag einer Person gehandelt, die in Österreich zu mehreren Jahren Haft verurteilt wurde, wie es heißt. Laut Insider soll es sich dabei um einen Islamisten und Anhänger des Wiener Hasspredigers Mirsad O. handeln, der gerade seine achtjährige Gefängnisstrafe absitzt. Der gebürtige Bosnier hatte in Österreich ein grenzüberschreitendes Dschihadisten-Netzwerk aufgebaut.

Er wurde nach einem Anti-Terror-Schlag 2017 von der heimischen Polizei verhaftet, weil er in Wien in einer Hinterhof-Moschee Dschihadisten rekrutiert haben und deren Syrien-Reisen organisiert haben soll. Mit der geheimen Polizei-Aktion in Bosnien scheint sich der Terrorkreis nun geschlossen zu haben: Bei den Razzien 2017 in Wien waren die heimischen Ermittler unter anderem auf Sprengstoff-Spuren gestoßen …

Verbleib des Sprengstoffs ungeklärt
Allerdings bleiben einige Fragen weiterhin ungeklärt: Etwa, wo die rund 4,5 Kilo Plastiksprengstoff inklusive Fernzünder geblieben sind, die der bei Banja Luka verhaftete Verdächtige nach Österreich, zu einem derzeit inhaftierten Islamisten, geschmuggelt haben soll. Denn: Weder im Zuge des damaligen Anti-Terror-Schlags 2017, noch im Rahmen der folgenden Gerichtsverhandlung vermeldeten die Sicherheitsbehörden einen kiloschweren Sprengstoff-Fund.

Über den Verbleib der tödlichen Schmuggelware wird der Mantel des Schweigens gelegt. „Wir haben den Verdächtigen in Kooperation mit den österreichischen und serbischen Behörden festgenommen“, erklärte die bosnische Staatsanwaltschaft. Mehr wolle man von bosnischer Seite zu dem Fall „aus taktischen Gründen“ derzeit nicht sagen.

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