Ein Cobra-Einsatz, eine fatale Verwechslung und ein Familienvater, der die Folgen bis heute trägt.
Ein Polizeieinsatz in Völs in Tirol hat schwerwiegende Folgen gehabt: Ein herzkranker 54-jähriger Familienvater wurde von Cobra-Beamten verletzt, weil diese ihn mit seinem 36-jährigen Sohn verwechselten. Grundlage des Einsatzes am 18. August waren Fehlinformationen über eine angebliche Geiselnahme.
Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat die Ermittlungen gegen den Sohn mittlerweile eingestellt – die erhobenen Vorwürfe, darunter Nötigung und gefährliche Drohung, erwiesen sich als haltlos. Nun befasst sich das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung mit dem Vorfall und ermittelt gegen die am Einsatz beteiligten Beamten.
Folgen der Verwechslung
Der 54-Jährige trug bei der Festnahme Rippenbrüche, zahlreiche Prellungen und eine Verletzung am Meniskus davon. Er wird seither psychologisch betreut und erhält Unterstützung durch einen Opferschutzverein. „Wir wurden bereits von den Beamten befragt“, schildert er den bisherigen Verlauf der Aufarbeitung.
Ausgelöst wurde der Großeinsatz durch einen Streit innerhalb des Ehepaares in Völs. Während das Verfahren gegen den Sohn abgeschlossen ist, hat die Familie die Folgen der Verwechslung noch längst nicht hinter sich gelassen. Der 36-Jährige erklärte: „In Völs hat mein Ruf gelitten.“