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Kurswechsel

Serbiens Kehrtwende im Nahostkonflikt – Waffen-Exportstopp mit Hintertür?

Serbiens Kehrtwende im Nahostkonflikt – Waffen-Exportstopp mit Hintertür?
FOTO: FOTO: EPA-EFE/OLIVIER HOSLET
3 Min. Lesezeit |

Serbien zieht die Notbremse im Waffengeschäft: Präsident Vucic verkündet überraschend einen kompletten Exportstopp für Munition – während ein israelisches Frachtflugzeug in Belgrad landet.

Nach einer Sitzung des erweiterten Generalstabskollegiums verkündete Serbiens Präsident Aleksandar Vucic einen vollständigen Stopp der Munitionsexporte. Auf die Frage eines Journalisten, ob Serbien durch Waffenlieferungen an Israel im Nahostkonflikt Partei ergriffen habe, stellte Vucic klar, dass sämtliche Exporte eingestellt wurden und Munition ausschließlich an die eigenen Streitkräfte geliefert werde.

„Wir exportieren derzeit nichts mehr. Alle Lieferungen wurden gestoppt. Für künftige Exporte sind nun besondere Genehmigungen erforderlich. Wir werden die weitere Vorgehensweise im Einklang mit serbischen Interessen prüfen. Die relevanten Staatsorgane werden entsprechend informiert“, erläuterte der Präsident.

Wenige Stunden später bestätigte das Verteidigungsministerium in einer offiziellen Mitteilung die Aussetzung sämtlicher Exporte von Waffen und militärischer Ausrüstung aus serbischer Produktion. Künftig werde für Ausfuhren zusätzlich die Zustimmung des Nationalen Sicherheitsrates erforderlich sein.

Verdächtige Flugbewegungen

Laut Nova.rs landete jedoch am selben Tag, an dem Vucic den Exportstopp verkündete, ein israelisches Frachtflugzeug vom Typ Boeing 747 auf dem Flughafen in Belgrad – ein Flugzeugtyp, der häufig für Waffentransporte eingesetzt wird. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich Informationen, wonach weniger als acht Stunden nach Vucics Ankündigung die Maschine aus Tel Aviv eingetroffen sei. Ob das Flugzeug Passagiere oder möglicherweise Munition transportierte, ist bislang nicht bekannt.

Vom Belgrader Flughafen wurden auch Fotos der gelandeten Maschine veröffentlicht. Nach Daten von FlightRadar erfolgte die Landung um 19:46 Uhr. Derselben Quelle zufolge soll am 26. Juni ein kleineres Flugzeug der Marke ABF von Belgrad nach Tel Aviv starten, gefolgt von einer Boeing 737 am 1. Juli.

Die Boeing 747 wurde ursprünglich als Ableitung eines militärischen Transportflugzeugprojekts entwickelt. Während des Kalten Krieges forderte die US-Luftwaffe 1964 Vorschläge für ein schweres Frachtflugzeug an. Die Anforderungen umfassten die Fähigkeit, etwa 52 Tonnen Fracht über eine Distanz von 8.000 Kilometern zu transportieren, ausreichende Breite für den Transport eines Panzers sowie Ein- und Ausfahrtsrampen an beiden Enden des Flugzeugs.

Massive Exportsteigerung

Erst kürzlich hatte Vucic betont, dass Serbien das einzige europäische Land sei, das Militärmunition an Israel liefere. Eine Untersuchung von BIRN (Balkan Investigative Reporting Network) und der israelischen Zeitung Haaretz zeigt, dass der Wert serbischer Waffenexporte nach Israel von 1,4 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 42,3 Millionen Euro 2024 angestiegen ist – trotz weitverbreiteter Vorwürfe von Kriegsverbrechen gegen Israel in Gaza.

Nur wenige Tage nach Vucics Äußerung eskalierte der Konflikt im Nahen Osten zwischen Iran und Israel, wobei Teheran warnte, jeder Staat, der seinem Feind militärische Unterstützung leiste, könne zum Ziel werden.

Der am 23. Juni 2025 verkündete Exportstopp erfolgte vor dem Hintergrund wachsender internationaler Spannungen und zunehmender Kritik an Waffenlieferungen in Konfliktgebiete. In seiner Erklärung hob Vucic hervor, dass die gesamte Produktion vorerst ausschließlich den serbischen Streitkräften vorbehalten bleibe.

Die internationale Presse berichteten noch am gleichen Tag über die überraschende Entscheidung Belgrads.

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KO KOSMO-Redaktion
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