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Diasporapolitik

Heimat ruft Diaspora zurück: Auslandskroaten sollen stärker an die Heimat gebunden werden

Heimat ruft Diaspora zurück: Auslandskroaten sollen stärker an die Heimat gebunden werden
(Foto: Pexels)
3 Min. Lesezeit |

Kroatien plant eine umfassende Reform seiner Diaspora-Politik: Millionen Auslandskroaten sollen durch neue Strukturen und Gremien stärker an die Heimat gebunden werden.

Das kroatische Parlament befasst sich morgen mit einem Gesetzentwurf zur Modernisierung der Beziehungen zu Auslandskroaten. Die Novelle soll die rechtliche Stellung der weltweit lebenden Kroaten verbessern und neue Strukturen für deren Anbindung an das Heimatland schaffen.

Kernpunkt der Reform ist eine Neuverteilung der Zuständigkeiten: Das Ministerium für Demografie und Einwanderung soll künftig Aufgaben des Zentralen Staatsamtes für Auslandskroaten übernehmen. Im Fokus stehen dabei vor allem Maßnahmen, die Rückkehrwilligen den Wiedereinstieg ins wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in Kroatien erleichtern sollen.

Kroatische Diaspora

Nach aktuellen Schätzungen leben rund 3,2 Millionen Kroaten und deren Nachkommen außerhalb der Landesgrenzen. Die größten Gemeinschaften finden sich in den USA mit etwa 1,2 Millionen Menschen, gefolgt von Deutschland mit einer halben Million sowie Argentinien mit 300.000 Personen. In Australien und Kanada leben jeweils rund 250.000 Menschen kroatischer Abstammung.

Um besonders jüngeren Auslandskroaten eine Stimme zu geben, sieht der Gesetzentwurf die Einrichtung eines 65-köpfigen Jugendrates vor. Auch der Regierungsrat für Auslandskroaten soll auf 65 Mitglieder erweitert werden – zehn mehr als bisher. Dieses Gremium spielt eine zentrale Rolle bei der Verbesserung der Beziehungen und hat bereits zahlreiche Initiativen angestoßen.

Neue Strukturen

Die Zusammensetzung des Regierungsrates soll künftig 13 Vertreter der Kroaten aus Bosnien und Herzegowina, 17 Repräsentanten der kroatischen Minderheiten in anderen Ländern sowie 35 Vertreter der kroatischen Diaspora umfassen. Als weiteres Element sieht das Gesetz die Einführung einer „Woche der Auslandskroaten“ vor. In diesem Rahmen soll die Diaspora Gelegenheit erhalten, in der alten Heimat ihre Identität zu präsentieren und zu zeigen, wie sie das gemeinsame kulturelle Erbe bewahrt hat.

Wirtschaftliche Anreize für Rückkehrer

Die Reform baut auf bereits bestehenden Programmen auf. Seit Anfang 2025 profitieren rückkehrende kroatische Staatsbürger, die mindestens zwei Jahre im Ausland gelebt haben, von einer fünfjährigen Befreiung von der Einkommensteuer. Zudem erhalten sie zunächst eine zweijährige Aufenthaltserlaubnis und können nach drei Jahren einen dauerhaften Aufenthalt sowie Zugang zum Arbeitsmarkt ohne zusätzliche Genehmigungen beantragen.

Zur Unterstützung von Rückkehrwilligen hat die kroatische Regierung strategische Kooperationen mit Arbeitgeberverbänden, der Wirtschaftskammer und dem Arbeitsamt etabliert. Diese Partnerschaften sollen Auslandskroaten direkt mit potenziellen Arbeitgebern vernetzen. Darüber hinaus werden jährlich rund 420 junge Rückkehrer durch spezielle Kultur-, Bildungs- und Innovationsprogramme gefördert, und es bestehen weiterhin Stipendien für Sprachkurse sowie ein zentrales Informationsportal.

Auf der Tagesordnung des Parlaments steht zudem die Bewertung der Arbeit des parlamentarischen Ausschusses für Petitionen und Beschwerden. Im vergangenen Jahr wurden dort 159 Fälle registriert. Die meisten Eingaben betrafen die Justiz und die Gerichte, insbesondere die lange Verfahrensdauer, aber auch Polizeimaßnahmen, Beschwerden von Inhaftierten, Rechte von Kriegsveteranen und Vollstreckungsverfahren.

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KO KOSMO-Redaktion
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