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SERBIEN-KOSOVO

Serbisch-orthodoxe Kirche plant Namensänderung

Patriarchenkloster von Pec - Kosovo
(FOTO: Wikimedia Commons, Quinn Dombrowski)

Balkanmedien äußern die Vermutung das die serbisch-orthodoxe Kirche auch den Kosovo in seinen Namen integrieren möchte.

In Zukunft wird die autokephale orthodoxe Kirche Serbiens auch den Zusatz „Patriarchat von Peć“ im Namen tragen. Zu dieser Namensänderung soll es laut „Večernje Novosti“ bereits im Mai kommen.

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„Die bestehende Verfassung ist in vieler ihrer Teile veraltet und nicht anwendbar. Die letzte größere Revision wurde 1947 in der Zeit von Patriarch Gavrilo durchgeführt. Seit damals wurden zahlreiche Entscheidungen getroffen, welche niemals in die einheitliche Kirchenverfassung eingegangen sind. Daher ist sie mit der Zeit unsystematisch, sowie schwer les- und anwendbar geworden“, zitiert das Medium eine anonyme Quelle aus dem Patriachat.

Stärkung der Beziehung zum Kosovo
Ebenso verriet der Interviewpartner, dass die Namensänderung die Beziehung zum Kosovo stärken soll. In der ehemaligen serbischen Provinz befinden sich zahlreiche historische serbisch-orthodoxe Klöster und Kirchen, so zum Beispiel das Patriarchachenkloster Peć, sowie die Klöster Gračanica und Dečani. Diese zählen auch zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Das Patriarchenkloster Peć hat für die serbisch-orthodoxe Kirche eine ganz besondere Bedeutung, da der Partiarch sowohl dort als auch in Belgrad gekrönt wird. Dies ist auch an seinen Titeln zu erkennen: Erzbischof von Peć, Metropolit von Belgrad und Karlovici.

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Neues Wahlrecht?
Aus dem Artikel von „Večernje Novosti“ geht zudem hervor, dass die Wahl zum Patriarchen in Zukunft anders verlaufen wird. Neue Kirchenoberhäupter sollen von einem Wahlkomitee öffentlich und einstimmig, bzw. mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt werden.

Diese Änderung wäre eine radikale, da das derzeitige System „apostolski žreb“ eher einer Lotterie gleicht. Dabei wird aus drei Kuverts mit den Namen der Kandidaten eines zufällig gezogen.