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PREISDUMPING

Strabag kann chinesischen Brückenbau in Kroatien nicht aufhalten

Pelješac-Brücke-Strabag
3D-Modell der Brücke, die das kroatische Festland mit der Insel Pelješac verbinden soll. (FOTO: zVg.)

Das österreichische Bauunternehmen legte wegen der Vergabe des Bauprojektes an einen chinesischen Konkurrenten rechtliche Schritte ein.

Bei der Ausschreibung für den Bau der Pelješac-Brücke verlor Strabag gegen das das staatliche chinesische Bauunternehmen China Road and Bridge Corporation (CRCB). Da es laut Meinung der österreichischen Firma nicht mit rechten Dingen zuging, wurde eine Beschwerde beim kroatischen Verwaltungsgericht eingelegt.

Dumping-Beschwerde im März
Bereits im März wandte sich Strabag an die staatliche Kommission für die Aufsicht öffentlicher Beschaffungsverfahren Kroatiens mit dem Vorwurf, dass das chinesische Unternehmen Dumpingpreise angeboten habe. Der Konkurrent könne mit unerlaubten staatlichen Beihilfen Chinas rechnen. Diesen Vorwurf schmetterte die kroatische Behörde ab, da es keine Beweise gebe.

Außerdem verwies die kroatische Kommission auf die EU, die für die Bewertung, ob es sich um Preisdumping handle oder nicht, zuständig sei. China Road and Bridge Corporation bot 280 Millionen Euro (2,08 Milliarden Kuna) für den von der EU geförderten Brückebau in Süddalmatien, während sich das Strabag-Angebot auf 352,4 Millionen Euro (2,62 Milliarden Kuna) belief.

Laut kroatischen Berichten habe China zum ersten Mal einen derart großen Auftrag für ein Infrastrukturprojekt in der EU erhalten.

Strabag beantragt Bauverbot
Zeitgleich mit der Dumping-Beschwerde stellte Strabag einen Antrag auf einstweilige Verfügung, der die Unterzeichnung des Vertrages zwischen Kroatien und China unterbinden soll. Dieser wurde jedoch vonseiten des kroatischen Verwaltungsgerichts abgelehnt.

Laut Informationen der kroatischen Kommission für die Aufsicht öffentlicher Beschaffungsverfahren geschah dies am selben Tag, an welchem Hrvatske Ceste und China Road and Bridge Corporation den Vertrag unterzeichneten.

„Wir sind überrascht und enttäuscht über diese Entscheidung. Wir prüfen weitere rechtliche Schritte”, hieß es aus vonseiten Strabags gegenüber der kroatischen Nachrichtenagentur Hina

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