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Mobilitätswende

Trendwende in Wien: Junge verzichten zunehmend aufs Auto

Trendwende in Wien: Junge verzichten zunehmend aufs Auto
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Der Trend ist eindeutig: Immer mehr junge Wiener verzichten auf das eigene Auto. Bei Männern zwischen 21 und 30 Jahren sank die Selbstfahrer-Quote besonders drastisch.

In Wien verzichten junge Menschen zunehmend auf das eigene Auto. Eine aktuelle Auswertung des Mobilitätsverhaltens aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Ulli Sima belegt einen deutlichen Wandel: Bei den 21- bis 30-Jährigen sank der Anteil der mit dem PKW zurückgelegten Wege innerhalb der letzten Dekade um fast zehn Prozentpunkte. Besonders markant ist diese Entwicklung bei jungen Männern. Die Datenanalyse, die speziell Selbstfahrer erfasste, zeigt einen drastischen Rückgang – während vor zehn Jahren noch 23 Prozent der jungen Männer selbst am Steuer saßen, sind es im Zeitraum 2020 bis 2024 nur noch acht Prozent. Damit haben sich die Mobilitätsgewohnheiten junger Männer jenen ihrer Altersgenossinnen weitgehend angeglichen.

Die sinkende Autonutzung spiegelt sich auch in der generellen Fahrzeugverfügbarkeit wider: Während zwischen 2010 und 2014 noch 46 Prozent der jungen Wienerinnen und Wiener ohne eigenes Auto lebten, ist dieser Anteil mittlerweile auf 60 Prozent gestiegen. Dies bedeutet jedoch nicht den vollständigen Verzicht auf Autofahrten – viele greifen stattdessen auf Carsharing-Angebote zurück.

Autofreie Haushalte

Stadtweite Daten zeigen, dass 42 Prozent aller Wiener Haushalte kein Auto besitzen. Die Bewohner dieser autofreien Haushalte nutzen für 44 Prozent ihrer Wege öffentliche Verkehrsmittel und legen 38 Prozent zu Fuß zurück. Mit 14 Prozent liegt auch die Fahrradnutzung über dem Durchschnitt. Vor allem junge Singles unter 35 Jahren und Alleinerziehende leben häufig ohne eigenes Fahrzeug.

Langfristige Trends

Die Untersuchung umfasst einen Zeitraum von 15 Jahren und basiert auf der kontinuierlichen Modal-Split-Erhebung der Stadt Wien und der Wiener Linien, die die Verteilung verschiedener Verkehrsmittel dokumentiert. Jährlich werden etwa 2400 Personen befragt, wobei ein Teil davon im Folgejahr erneut interviewt wird, was eine präzise Nachverfolgung von Verhaltensänderungen ermöglicht.

Bei der jüngeren Generation hat sich der Anteil des motorisierten Individualverkehrs – also Fahrten mit Auto oder Motorrad als Fahrer oder Mitfahrer – von 22 auf 13 Prozent reduziert. Die Studie deutet darauf hin, dass diese Veränderung langfristige Auswirkungen haben könnte, da das einmal etablierte Mobilitätsverhalten typischerweise auch im höheren Alter beibehalten wird.

Ab dem 30. Lebensjahr bleibt die PKW-Nutzung laut Untersuchungen weitgehend konstant.

Zudem geben junge Erwachsene ihre Mobilitätsgewohnheiten tendenziell an ihre Kinder weiter, wodurch sich der Trend zu mehr Rad- und Fußverkehr voraussichtlich fortsetzen wird.

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KO KOSMO-Redaktion
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