Trump verschärft den Ton im Ukraine-Konflikt und verkürzt sein Ultimatum an Putin drastisch. Moskau reagiert mit kaum verhüllten Drohungen gegen Washington.
US-Präsident Trump verschärft seinen Kurs gegenüber Russland und setzt Moskau mit einem verkürzten Ultimatum unter Druck. Da er keine Fortschritte in Richtung Waffenstillstand erkennt, kündigte Trump an, bereits in weniger als zwei Wochen Sanktionen gegen russische Handelspartner zu verhängen. „Es gibt keinen Grund zu warten. Wir sehen einfach keine Fortschritte“, erklärte der US-Präsident.
Trump äußerte sich enttäuscht über den russischen Staatschef Putin. „Ich habe kein Interesse mehr daran, mit ihm zu reden. Früher hatten wir so nette Gespräche, so respektvolle und gute Gespräche. Und dann sterben in der nächsten Nacht wieder Menschen durch Raketen“, bilanzierte der amerikanische Präsident.
⇢ Wieso solche Verzögerung?“ – Kiews Bürgermeister attackiert US-Präsident Trump
Der ukrainische Staatschef Selenskyj unterstützte in seiner abendlichen Videoansprache die Position Washingtons. Russland unternehme alles, um den Konflikt zu verlängern und der Ukraine zu schaden. „Wir haben wiederholt betont – und alle Partner wissen das – dass Sanktionen ein Schlüsselelement sind“, betonte Selenskyj. Frieden durch Stärke sei möglich, da Russland die Auswirkungen der Sanktionen und die daraus resultierenden Verluste spüre.
Selenskyjs Appell
Auf der Plattform X führte der ukrainische Präsident am Dienstag weiter aus, dass jeder Mensch Frieden in den internationalen Beziehungen und Vorhersehbarkeit im Leben brauche – „jeder, außer Russland“. Er verwies darauf, dass „die russische Armee allein am vergangenen Tag 22 Menschen ermordet“ habe. Selenskyj zeigte sich zutiefst erschüttert über einen nächtlichen Raketenangriff auf ein städtisches Krankenhaus, bei dem drei Menschen ums Leben kamen, darunter eine 23-jährige schwangere Frau.
Die Gewalt setze sich ungemindert fort, so Selenskyj. „Und das, nachdem die Vereinigten Staaten eine völlig klare Position vertreten hatten – eine Position, die von der Welt unterstützt wurde – dass Russland diesen Krieg beenden und diplomatische Schritte einleiten müssen“, betonte der ukrainische Staatschef.
Russlands Reaktion
Trump hatte Putin ursprünglich ein Ultimatum von 50 Tagen gesetzt, das er nun drastisch verkürzt. „Ich werde eine neue Frist von etwa zehn oder zwölf Tagen ab heute setzen“, erklärte der US-Präsident am Montag während eines Treffens mit dem britischen Premierminister Keir Starmer in Schottland. Er warf dem russischen Präsidenten vor, Vereinbarungen zu brechen: „Wir dachten, wir hätten das schon mehrfach geklärt, und dann fängt Präsident Putin an, Raketen auf eine Stadt wie Kiew abzuschießen und tötet eine Menge Leute in einem Pflegeheim oder was auch immer.“
Die russische Reaktion folgte prompt und scharf. Der für seine drastische Rhetorik bekannte frühere russische Präsident Dmitri Medwedew reagierte mit unverhohlenen Drohungen.
Auf der Plattform X warnte der Putin-Vertraute, dass jedes Ultimatum ein Schritt auf dem Weg zum Krieg sei – „Nicht zwischen Russland und der Ukraine, sondern mit seinem eigenen Land“, so Medwedew in Richtung Washington.
Kurswechsel in Trumps Russlandpolitik
Die angekündigten Strafmaßnahmen gegen russische Handelspartner markieren eine bemerkenswerte Wende in Trumps Außenpolitik. Während seiner zweiten Amtszeit hatte der US-Präsident bislang auf zusätzliche Sanktionen gegen Moskau verzichtet und stattdessen auf Dialog gesetzt. Experten bewerten die neuen Drohungen mit umfassenden wirtschaftlichen Strafmaßnahmen gegen Drittstaaten als potenziell wirksam, aber auch als riskant für die internationalen Wirtschaftsbeziehungen.
Besonders Kiews Regierung begrüßt die Verschärfung des US-Kurses ausdrücklich. In diplomatischen Kreisen wird die jüngste Entwicklung als wichtiger Schritt für mehr Druck auf Russland gewertet, nachdem frühere Vermittlungsversuche gescheitert waren. Für den Kreml bedeuten die angedrohten Sekundärsanktionen einen potenziell schweren Schlag, da sie wichtige Handelspartner Russlands treffen würden, die bisher von westlichen Sanktionen weitgehend unbehelligt blieben.