Ohne Umsteigen von Wien nach Belgrad: Die ÖBB planen für 2027 die Rückkehr der direkten Bahnverbindung. Zwei Züge täglich je Richtung sollen die Hauptstädte in rund sechseinhalb Stunden verbinden. Für Familienbesuche und Städtereisen wäre das eine zusätzliche Alternative – doch der genaue Starttermin steht noch nicht fest.
Die Ankündigung gehört zum neuen ÖBB-Fahrplan für 2027. Laut Bahnunternehmen soll es erstmals seit 2019 wieder eine Direktverbindung nach Belgrad geben. Ob und wann Reisende das Angebot tatsächlich nutzen können, hängt noch von der notwendigen Streckenzulassung in Ungarn ab.
Fahrplanwechsel ist noch kein Starttermin
Der neue Fahrplan tritt am 13. Dezember 2026 in Kraft. Dieser Termin darf allerdings nicht mit dem Betriebsbeginn der Belgrad-Verbindung verwechselt werden: Die ÖBB sprechen ausdrücklich von einer geplanten Aufnahme im Jahr 2027.
Wer seine Weihnachtsreise organisiert, sollte die Direktzüge deshalb noch nicht als gesicherte Reisemöglichkeit einplanen. Auch der bereits begonnene allgemeine Ticketverkauf für den Fahrplan 2027 bedeutet nicht automatisch, dass die angekündigte Belgrad-Verbindung schon buchbar ist.
Warum die Freigabe in Ungarn entscheidend ist
Ein wichtiger Teil des Projekts ist die modernisierte Bahnstrecke zwischen Budapest und Belgrad. Die Fertigstellung der Infrastruktur allein reicht für den regulären Personenverkehr jedoch nicht aus.
Die ungarische Bahngesellschaft MÁV erläuterte bereits im März 2026, dass für den Personenverkehr auf dem ungarischen Abschnitt unter anderem die Inbetriebnahme des europäischen Zugsicherungssystems ETCS und eine unabhängige technische Prüfung entscheidend sind.
Der aktuelle Stand laut ÖBB bleibt: Der konkrete Starttermin hängt von der Streckenzulassung in Ungarn ab. Ein verbindliches Datum für die erste Direktfahrt wurde in der geprüften Ankündigung noch nicht genannt.
Wie die geplante Fahrzeit im Vergleich abschneidet
Mit rund sechs Stunden und 30 Minuten würde die Bahn eine interessante Alternative zum Fernbus schaffen. FlixBus nennt für Wien–Belgrad auf seiner Streckenseite derzeit eine Mindestfahrzeit von sieben Stunden und 45 Minuten.
Rechnerisch wäre der geplante Direktzug damit rund 75 Minuten schneller als dieses Busangebot. Verglichen werden allerdings eine angekündigte Bahnfahrzeit und die veröffentlichte Mindestfahrzeit eines Busanbieters. Einzelne Verbindungen und tatsächliche Reisezeiten können davon abweichen.
Beim Flug bleibt die reine Reisezeit deutlich kürzer: Austrian nennt für Wien–Belgrad etwa eine Stunde und fünf Minuten. Für einen fairen Vergleich müssen jedoch Flughafenanreise, Zeit vor dem Abflug und die Weiterfahrt am Ziel hinzugerechnet werden.
Welche Variante am besten passt, hängt deshalb auch vom Wohnort, dem eigentlichen Reiseziel, dem Gepäck und der Zahl der Mitreisenden ab.
Welche Zwischenhalte wird es geben?
Für viele Reisende ist Belgrad nicht das endgültige Ziel. Besonders für Menschen mit Familie in der Vojvodina wäre interessant, ob die neuen Direktzüge etwa in Subotica oder im Raum Novi Sad halten werden.
Eine vollständige Liste der Zwischenhalte enthält die geprüfte ÖBB-Ankündigung bislang nicht. Auch konkrete Abfahrts- und Ankunftszeiten lassen sich daraus noch nicht ableiten. Diese Angaben werden entscheidend dafür sein, ob sich die Verbindung für kurze Besuche, Wochenendreisen oder Anschlüsse innerhalb Serbiens eignet.
Ticketpreise und Buchung noch offen
Für eine belastbare Kostenplanung fehlen ebenfalls Details. In der geprüften offiziellen Ankündigung nennen die ÖBB keinen konkreten Einstiegspreis für Wien–Belgrad. Auch Reservierungsbedingungen, Kinderermäßigungen und Gepäckregelungen für die geplanten Züge müssen noch geklärt werden.
Ein Vergleich mit Auto, Bus oder Flug sollte deshalb erst anhand tatsächlich buchbarer Angebote für denselben Reisetag erfolgen. Besonders bei Familien können Hin- und Rückfahrt, Reservierungen und die Weiterreise am Ziel den Gesamtpreis deutlich beeinflussen.
Fest angekündigt sind bisher zwei tägliche Züge je Richtung und rund sechseinhalb Stunden Fahrzeit. Für eine verbindliche Reiseplanung fehlen vor allem Starttag, genaue Fahrzeiten und buchbare Tarife.