Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Jubiläum

25 Jahre Wikipedia: Zwischen Wissens-Imperium und digitalen Feinden

25 Jahre Wikipedia: Zwischen Wissens-Imperium und digitalen Feinden
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Von der Nischen-Idee zum globalen Wissensarchiv: Seit 25 Jahren prägt Wikipedia das Internet – doch politischer Druck und die wachsende Abhängigkeit von Tech-Konzernen stellen das Erfolgsmodell zunehmend infrage.

Am 15. Jänner 2001 ging Wikipedia unter der Adresse www.wikipedia.org online. Die Initiatoren Jimmy Wales und Larry Sanger wollten ursprünglich ihre Online-Enzyklopädie Nupedia durch ein offenes, kollaboratives Projekt ergänzen. Während Nupedia 2003 eingestellt wurde, entwickelte sich Wikipedia rasch zu einer der meistgenutzten Websites weltweit.

Heute gilt Wikipedia als größtes frei zugängliches Wissensarchiv der Welt. Die Plattform verzeichnet rund 15 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat, zählt etwa 250.000 aktive Mitwirkende und umfasst mehr als 65 Millionen Artikel in über 300 Sprachen.

Die deutschsprachige Wikipedia startete am 16. März 2001 und umfasst mittlerweile über drei Millionen Artikel. Allein im vergangenen Dezember wurden rund 750 Millionen Seitenaufrufe registriert, womit sie zu den meistbesuchten Webseiten in Deutschland zählt.

„Wikipedia ermöglicht Millionen Menschen weltweit einen freien Zugang zu gut recherchiertem Wissen“, sagt Franziska Heine, geschäftsführende Vorständin von Wikimedia Deutschland.

Aktuelle Herausforderungen

Trotz ihres Erfolgs steht Wikipedia zunehmend unter Druck. Politisch motivierte Angriffe nehmen vor allem in den USA zu, zugleich wächst die Abhängigkeit von großen Technologiekonzernen. Zudem fällt es der Plattform schwer, junge Menschen – insbesondere Frauen – für eine Mitarbeit zu gewinnen.

Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales weist Vorwürfe politischer Voreingenommenheit entschieden zurück. Kritiker wie Elon Musk werfen der Plattform ideologische Verzerrung vor, ein offiziell gestartetes Konkurrenzprojekt existiert bislang jedoch nicht.

⇢ Geopolitik treibt Goldpreis in die Höhe – Panikblase oder Mega-Chance?

KI und Finanzierung

Wikipedia-Inhalte dienen als zentrale Trainingsquelle für viele KI-Sprachmodelle, darunter Systeme von OpenAI oder Meta. Innerhalb der Community wächst jedoch die Kritik daran, dass freiwillige Arbeit kommerziellen KI-Unternehmen zugutekommt, ohne dass Wikipedia davon profitiert.

Zusätzlich gehen direkte Seitenaufrufe zurück: Laut Similarweb sanken sie zwischen 2022 und 2025 um rund ein Viertel. Die Wikimedia-Stiftung setzt daher verstärkt auf kostenpflichtige Datenzugänge wie Wikimedia Enterprise – bislang gilt jedoch nur Google als zahlender Großkunde.

Den Einsatz von KI innerhalb der Wikipedia selbst sieht die Community kritisch. Laut Stiftung soll KI ausschließlich unterstützend wirken. „Wissen ist menschlich“, betont Franziska Heine.