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Langzeitfolgen

40 % berichten von Geruchs‑ oder Geschmacksstörungen – Corona schuld?

40 % berichten von Geruchs‑ oder Geschmacksstörungen – Corona schuld?
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Millionen Menschen riechen Dinge, die nicht existieren – oder gar nichts mehr. Eine neue Studie zeigt das ganze Ausmaß.

Rund 40 Prozent der Bevölkerung in Österreich, Deutschland und der Schweiz leiden einer aktuellen Erhebung zufolge an Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns – oder an beidem gleichzeitig. Als möglicher Hintergrund für diese auffällig hohen Werte gilt die zurückliegende Covid-19-Pandemie.

Grundlage der Untersuchung war eine Online-Befragung, die im Jänner 2025 unter Erwachsenen ab 18 Jahren durchgeführt wurde. Daran beteiligten sich 1.023 Personen aus Österreich, 1.031 aus Deutschland sowie 286 aus der Schweiz. Die Ergebnisse wurden in den European Archives of Oto-Rhino-Laryngology publiziert.

Häufige Symptome

Demnach gilt: „Insgesamt berichteten 40 Prozent der Befragten über mindestens ein Symptom, wobei Geruchsintoleranz (29 Prozent), Phantosmie (Geruchswahrnehmungen ohne reale Ursache, 27 Prozent) und Parosmie (veränderte Geruchswahrnehmung, 19 Prozent) am häufigsten auftraten.“ Besonders stark auf die Lebensqualität wirkten sich dabei Phantom-Geruchsempfindungen aus.

Dass die Covid-19-Pandemie zu diesen Befunden beigetragen haben könnte, legen die Forschenden in ihrer Zusammenfassung nahe: „Bei 48 Prozent bis 62 Prozent der Betroffenen blieben die Symptome unverändert oder verschlechterten sich, was auf eine erhebliche Belastung durch anhaltende Funktionsstörungen hinweist. Schweizer Befragte berichteten signifikant häufiger über Parosmie, Phantosmie, Geruchsintoleranz und Geschmacksstörungen als österreichische oder deutsche Teilnehmer, was möglicherweise Unterschiede in der Covid-19-Exposition und den Pandemiebeschränkungen widerspiegelt.“

Ländervergleich

Ein Ländervergleich zeigt, dass die Werte für Österreich und Deutschland eng beieinanderliegen, während in der Schweiz einzelne Störungsbilder deutlich häufiger auftraten. Einen vollständigen Geruchsverlust meldeten 10,7 Prozent der österreichischen Befragten, in Deutschland waren es 12,2 Prozent und in der Schweiz 11,5 Prozent. Eine veränderte Geruchswahrnehmung beschrieben 17,5 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sowie 19,8 Prozent der deutschen Teilnehmenden – in der Schweiz lag dieser Anteil mit 23,8 Prozent merklich höher.

Phantom-Gerüche nahmen 25,5 Prozent der österreichischen und 25,6 Prozent der deutschen Befragten wahr. In der Schweiz traf dies auf 33,9 Prozent der Teilnehmenden zu. Geruchsintoleranz gaben in Österreich und Deutschland jeweils 27,9 Prozent der Befragten an, während in der Schweiz 39,5 Prozent davon betroffen waren.

Auch beim Geschmackssinn zeigen sich deutliche Unterschiede: In Österreich berichteten 16,4 Prozent der Befragten von entsprechenden Einschränkungen, in Deutschland 19,1 Prozent und in der Schweiz 26,9 Prozent. Keinerlei Beeinträchtigungen des Geruchs- oder Geschmackssinns gaben in Österreich 61,9 Prozent der Teilnehmenden an, in Deutschland 59,5 Prozent und in der Schweiz 52,1 Prozent.