Der Fall Weißmann bekommt eine neue Dimension: Mehrere Frauen sollen sich nach dem Rücktritt des ORF-Chefs gemeldet haben.
Die Causa rund um den Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann weitet sich aus. Am 9. März 2026 war Weißmann mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, nachdem eine Mitarbeiterin des öffentlich-rechtlichen Rundfunks den Stiftungsrat mit Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontiert hatte. Die Vorwürfe beziehen sich auf sexuelle Konnotationen in Wort, Schrift und Bild gegenüber der Mitarbeiterin zu Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2022. Seither sollen sich mehrere weitere Frauen zu Wort gemeldet haben.
Weitere Vorwürfe
Wie die „Krone“ berichtet, wandte sich nach dem ersten mutmaßlichen Opfer eine weitere Frau an die Whistleblower-Hotline des ORF – ein internes Meldesystem, über das Beschäftigte auf Missstände und Fehlentwicklungen im Unternehmen hinweisen können. Laut dem Bericht soll es dabei nicht geblieben sein: Dem Vernehmen nach hätten noch weitere Frauen Vorwürfe gegen den bereits zurückgetretenen Generaldirektor erhoben.
Aus dem Stiftungsrat kommen dazu allerdings zurückhaltende Signale. Die beiden Vorsitzenden Heinz Lederer (SPÖ) und Gregor Schutze (ÖVP) erklärten gegenüber der „Krone“, von weiteren Betroffenen bislang keine Kenntnis zu haben. Mit der inhaltlichen Aufarbeitung der Vorwürfe wurde inzwischen eine eigens eingerichtete Taskforce betraut, die klären soll, ob und in welchem Umfang es zu weiteren Vorfällen gekommen sein könnte.
Es gilt die Unschuldsvermutung.