Ein Erdbeben raubt einem Fußballprofi das Kostbarste – und er kämpft tagelang mit bloßen Händen gegen das Unvorstellbare.
Es sind Momente, in denen der Fußball verstummt. Eine der erschütterndsten Geschichten aus der Welt des Sports kommt derzeit aus Venezuela: Der argentinische Verteidiger Lucas Trejo, 38-jähriger Routinier beim venezolanischen Erstligisten Marítimo de La Guaira, hat bei einem verheerenden Erdbeben in der Region La Guaira seine Frau Janina Maranela sowie seine beiden Kinder Aron und Ainoa verloren.
Trejo wartete nicht ab. Als die Katastrophe die Stadt traf, schloss er sich unmittelbar den Rettungskräften an und arbeitete mehr als drei Tage lang in den Trümmern – getrieben von der Hoffnung, seine Familie lebend zu bergen. Diese Hoffnung zerschlug sich auf die denkbar grausamste Weise: Unter den Trümmern wurden schließlich die Leichen seiner Frau und seiner Kinder gefunden.
Weltweite Anteilnahme
Angesichts dieser Tragödie rückte der Fußball vollständig in den Hintergrund. Die Nachricht von Trejos Schicksal erschütterte die gesamte Fußballwelt – zahlreiche Vereine, Spieler und Fans richteten Solidaritätsbotschaften an den Argentinier. In den sozialen Medien überschlugen sich die Beileidsbekundungen, während seine Geschichte internationale Aufmerksamkeit erlangte.
Dabei fiel auch ein Detail aus seinem Instagram-Profil auf. Trejo bezeichnet sich dort als „Argentinier und Kroate“ – versehen mit den Flaggen beider Länder – und ergänzt seine Profilbeschreibung mit der Botschaft: „Jesus Christus ist König.“ Laut Transfermarkt besitzt er auch einen kroatischen Pass, wobei die genauen Hintergründe seiner kroatischen Wurzeln nicht bekannt sind. Angesichts der großen kroatischen Gemeinschaft in Argentinien liegt die Vermutung nahe, dass er aus einer Familie kroatischer Auswanderer stammt.
„El General“
Trejo wurde in Córdoba geboren und durchlief seine Karriere in Argentinien, Spanien, Griechenland und Venezuela. Den nachhaltigsten Eindruck hinterließ er bei Monagas, mit dem er 2017 die venezolanische Meisterschaft holte. Für seine Autorität auf dem Platz und seine natürliche Führungsstärke verliehen ihm die Fans den Spitznamen „El General“ – der General.