Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Beteiligungsprozess

Große Veränderungen im Augarten: Wien startet Zukunftsplan

Große Veränderungen im Augarten: Wien startet Zukunftsplan
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Wiens ältester Barockpark steht vor einem Wandel – und die Bevölkerung soll dabei mitentscheiden, wie er aussieht.

Der mehr als 250 Jahre alte Augarten erfüllt als Grün- und Erholungsraum eine zentrale Funktion im Wiener Stadtgefüge und zählt zugleich zum kulturellen Erbe Österreichs. Doch steigende Temperaturen, eine wachsende Besucherzahl und die Verdichtung der angrenzenden Stadtbezirke setzen der historischen Anlage zunehmend zu. Das Projekt „Zukunftsplan Augarten 2035″ soll nun ein umfassendes Entwicklungskonzept für das gesamte Gelände schaffen – mit dem Anspruch, das historische Gartendenkmal und das baukulturelle Erbe zu bewahren, die Anlage klimafit zu machen und ihre Qualität als öffentlicher Natur-, Kultur- und Begegnungsraum dauerhaft zu sichern.

Breite Beteiligung

Im Rahmen dieses Vorhabens startet ein mehrstufiger Beteiligungsprozess, dessen Ergebnisse unmittelbar in die langfristige Planung einfließen sollen. Vom 13. August bis zum 10. September 2026 haben Interessierte die Möglichkeit, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Parallel dazu läuft bis zum 10. September die Anmeldefrist für einen „Zukunftsdialog“, der am 13. Oktober im Palmenhaus Augarten stattfinden wird.

Dieser soll den direkten Austausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Institutionen in moderierten Gesprächsrunden ermöglichen. Die Teilnahme am Zukunftsdialog wird per Zufallsprinzip aus allen Anmeldungen vergeben, um eine möglichst breite gesellschaftliche Durchmischung zu gewährleisten. Die Rückmeldungen aus der Online-Umfrage fließen davon unabhängig vollständig in den weiteren Strategieprozess ein.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) setzt bei der Planung auf die Menschen, die den Park nutzen: „Gemeinsam mit jenen Personen, die den Augarten täglich nutzen, wollen wir einen Ort für Lebensqualität, Begegnung und Geschichte gestalten.“ Der Augarten sei neben einer historischen Parkanlage vor allem auch ein wichtiger Standortfaktor für Wien, ein touristischer Anziehungspunkt und ein bedeutender Raum für Kultur, Freizeit und Lebensqualität.

Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) betont ebenfalls den besonderen Stellenwert der Anlage: „Der Augarten ist eines der bedeutendsten Gartendenkmäler Österreichs, grüne Lunge mitten in Wien und zugleich unverzichtbares Naherholungsgebiet.“ Diesen einzigartigen Ort wolle man gemeinsam und dauerhaft für kommende Generationen sichern und als lebendigen Teil des grünen Kulturerbes weiterentwickeln.

Klimawandel im Fokus

Burghauptmann-Stellvertreter Markus Wimmer verweist auf die Notwendigkeit eines offenen Dialogs als Voraussetzung für eine gelingende Weiterentwicklung: „Die Weiterentwicklung des Augartens gelingt nur im Dialog mit der Bevölkerung.“ Die Generalsanierung des Atelier Augarten sei dabei der erste Schritt.

Den Herausforderungen durch den Klimawandel kommt im Gesamtkonzept ebenfalls ein zentraler Stellenwert zu. Gerd Koch, interimistischer Leiter der HBLFA für Gartenbau und Österreichische Bundesgärten, unterstreicht die Tragweite dieser Dimension: „Die Erhaltung des Augartens unter Berücksichtigung des Klimawandels und der steigenden gesellschaftlichen Herausforderungen erfordert einen verantwortungsvollen Blick in die Zukunft.“

Die Ergebnisse aus Umfrage und Zukunftsdialog werden im Anschluss ausgewertet und sollen im Jänner 2027 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen