Split bricht Rekorde, das Meer ist überhitzt, Waldbrände entstehen – und ein Meteorologe wagt eine Prognose, die den Urlaub neu definiert.
Split hat soeben seinen absoluten Temperaturrekord gebrochen, entlang der Adriaküste steigen die Thermometer immer wieder auf nahezu 40 Grad, und auch das Meerwasser ist ungewöhnlich warm. Wer seinen Sommerurlaub derzeit in Kroatien verbringt, erlebt extreme Hitze. Doch möglicherweise ist genau das die neue Normalität.
Der kroatische Meteorologe Bojan Lipovsćak ordnet die aktuelle Wetterlage mit einer Aussage ein, die aufhorchen lässt: „Vielleicht ist das der kühlste Sommer, den wir bis zum Ende des Jahrhunderts erleben werden“, sagte er gegenüber dem kroatischen Portal „Index“. Was auf den ersten Blick kaum vorstellbar erscheint, hat einen sachlichen Hintergrund. Lipovsćak verweist auf den anhaltenden Klimawandel: Steigen die globalen Durchschnittstemperaturen weiter an, nehmen auch Häufigkeit und Intensität extremer Hitzeereignisse zu.
Rekord in Split
Wie ungewöhnlich die aktuellen Messwerte bereits sind, zeigte sich besonders deutlich in der viel besuchten Tourismusstadt Split. An der offiziellen Wetterstation Split-Marjan wurden am Donnerstag 39,7 Grad gemessen – ein neuer absoluter Stationsrekord, und das nur wenige Wochen, nachdem Ende Juni bereits ein neuer Höchstwert verzeichnet worden war. Besonders schwer wiegen dabei nicht allein die Spitzenwerte am Tag: In Küstenregionen sorgen sogenannte Tropennächte dafür, dass die Temperaturen selbst nach Einbruch der Dunkelheit kaum sinken.
Der Meteorologe betont dabei eine wichtige Unterscheidung: Nicht jeder kommende Sommer werde automatisch heißer als der vorherige – jährliche Schwankungen bleiben weiterhin Teil des natürlichen Wettergeschehens. Der langfristige Trend zeige jedoch klar nach oben.
Wirtschaftliche Folgen
Lipovsćak lässt wenig Spielraum für Optimismus: Die Entwicklung gehe in Richtung höherer Temperaturen und häufiger auftretender Hitzeperioden. Für Kroatien ist das auch wirtschaftlich von Bedeutung. Millionen Urlauber – darunter viele Österreicher – reisen jedes Jahr an die Adriaküste.
Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke könnten den klassischen Sommerurlaub künftig jedoch zunehmend zur körperlichen Belastung werden lassen.