Russland nutzt soziale Netzwerke, um Dänen als Spione zu rekrutieren – und die Ziele liegen mitten in Europa.
Der dänische Inlandsgeheimdienst PET hat Anfang September beunruhigende Erkenntnisse öffentlich gemacht: Russland wirbt dänische Bürger gezielt für Spionageoperationen an.
Dabei bedient sich der russische Geheimdienst offenbar sozialer Medien, Gaming-Plattformen und anderer Online-Dienste als Rekrutierungsplattform. Die angeworbenen Personen werden angehalten, Fotos und Videoaufnahmen von Militärstützpunkten sowie Industrieanlagen anzufertigen. Nach Einschätzung von PET könnten diese Informationen als Grundlage für künftige militärische Operationen und Sabotageakte dienen – insbesondere gegen Unternehmen, die Waffen- und Militärhilfe für die Ukraine bereitstellen.
Hybride Bedrohung
Die Vorgänge in Dänemark fügen sich nahtlos in ein breiteres Muster russischer hybrider Aktivitäten ein, das sich quer durch Europa zieht. Ziel dieser verdeckten Operationen ist es, Lieferketten zu destabilisieren und die Rüstungsproduktion zu beeinträchtigen – ohne dabei in einen offenen bewaffneten Konflikt zu treten. Besonders im Fokus stehen dabei militärische und industrielle Infrastrukturen jener NATO-Staaten, die die Ukraine aktiv unterstützen.
Für das Bündnis und seine Mitgliedstaaten rückt damit der Schutz heimischer Produktionsstätten und logistischer Netzwerke zunehmend in den Mittelpunkt sicherheitspolitischer Überlegungen.