Ein Ausrutscher auf Eis, ein 15-Meter-Sturz, eine Nacht voller Dunkelheit und Nebel und am Ende überlebten beide. Zwei deutsche Bergsteiger sind am Hohen Dachstein in eine Gletscherspalte gestürzt.
Am Samstag, dem 5. September, ereignete sich am Hohen Dachstein ein schwerer Unfall, in den zwei deutsche Bergsteiger im Alter von 32 und 39 Jahren verwickelt waren. Beim Abstieg über den Randkluftsteig verlor einer der beiden auf einem vereisten Abschnitt den Halt und riss seinen Begleiter mit in die Tiefe – beide stürzten rund 15 Meter in eine Gletscherspalte. Trotz schwerer Verletzungen gelang es einem der Männer, gegen 18.00 Uhr noch einen Notruf abzusetzen.
Stundenlange Rettung
Was daraufhin folgte, war ein stundenlanger Kampf gegen widrige Bedingungen: Bergretter aus der Steiermark und Alpinpolizisten aus Oberösterreich rückten umgehend zum Unfallort aus. Dichter Nebel, starker Wind und die einsetzende Dunkelheit machten einen Hubschraubereinsatz zunächst unmöglich. Unter enormem Druck arbeiteten die Einsatzkräfte koordiniert zusammen, um die beiden Schwerverletzten aus dem gefährlichen Gelände zu befreien. Erst gegen 3.00 Uhr Sonntagfrüh konnte der letzte der beiden Verunglückten an einen nachtflugtauglichen Notarzthubschrauber übergeben werden.
Teamarbeit auf Höchstniveau
Um möglichst nahe an den Unfallort heranzukommen, nutzten die Rettungskräfte die Dachstein-Südwandbahn. Die Polizei hob im Nachgang die außergewöhnliche Leistung der beteiligten Teams hervor: „Was folgte, war Teamarbeit auf höchstem Niveau. Bergretter und Alpinpolizisten arbeiteten Hand in Hand, jeder Handgriff musste sitzen, jede Entscheidung musste passen.“ Das Zusammenspiel der österreichischen Einsatzkräfte war letztlich ausschlaggebend dafür, dass beide Bergsteiger die mehr als zehnstündige Rettungsaktion überlebten.