Eines der größten Straßenbauprojekte Serbiens nähert sich einem entscheidenden Meilenstein. Im Iriški-venac-Tunnel sind bereits sechs von insgesamt rund sieben Kilometern beider Röhren asphaltiert. Bis Ende 2026 soll der gesamte Tunnel fertig ausgestattet sein.
Beim Bau des Fruškogorski koridor laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Besonders weit fortgeschritten ist mittlerweile der Tunnel Iriški venac durch die Fruška gora. Beide Tunnelröhren wurden bereits vor fast einem Jahr vollständig durchbrochen. Derzeit laufen die abschließenden Bauarbeiten, die Asphaltierung und die Vorbereitung der technischen Anlagen.
Von insgesamt rund sieben Kilometern beider Tunnelröhren sind bereits sechs Kilometer asphaltiert.
3,5 Kilometer durch den Berg
Der Eingang des Tunnels befindet sich bei Paragovo auf der Seite von Novi Sad. Rund 3,5 Kilometer später führt die Strecke bei Irig wieder aus dem Berg. Die beiden parallelen Röhren kommen zusammen auf rund sieben Kilometer Tunnellänge.
Die Arbeiten waren technisch besonders anspruchsvoll. In Teilen des Tunnels drang während der Bauarbeiten massiv Wasser ein. In der rechten Tunnelröhre wurden laut Projektleitung zeitweise mehr als 1.500 Liter Wasser pro Minute gemessen.
650 Arbeiter und 280 Maschinen
Auf der Baustelle des Fruškogorski koridor sind derzeit täglich mehr als 650 Arbeiter und rund 280 Maschinen im Einsatz. Im Tunnel befinden sich die groben Bauarbeiten bereits in der Endphase. Danach folgen unter anderem elektromechanische Anlagen, Sicherheitstechnik und weitere technische Ausstattungen.
Nach aktuellem Plan soll der Iriški-venac-Tunnel bis Ende 2026 vollständig fertiggestellt und technisch ausgestattet sein.
44 Kilometer neue Verkehrsachse
Der Tunnel ist allerdings nur ein Teil eines wesentlich größeren Projekts. Der gesamte Fruškogorski koridor wird rund 44,4 Kilometer lang. Entlang der Strecke entstehen mehr als 40 größere Bauwerke wie Brücken und Unterführungen sowie 15 kreuzungsfreie Anschlussstellen und Querungen.
Auch die Hauptkonstruktion der neuen Donaubrücke wurde mittlerweile verbunden. Sie zählt neben dem Tunnel zu den anspruchsvollsten Bauwerken des gesamten Projekts.
Schnellere Verbindung Richtung BiH
Der neue Korridor soll Novi Sad über die Fruška gora schneller mit Srem und Mačva verbinden. Von dort führt die Verkehrsachse weiter in Richtung Bosnien und Herzegowina. Die zukünftige Straße erhält vier Fahrspuren. Je nach Abschnitt sind Geschwindigkeiten zwischen 60 und 100 km/h vorgesehen.
Ein weiterer Vorteil soll die Entlastung der bestehenden Straßen durch die Fruška gora sein. Vor allem schwerer Transitverkehr soll künftig aus dem Nationalpark und den umliegenden Ortschaften herausgehalten werden.
Wichtig ist jedoch: Der angekündigte Fertigstellungstermin Ende 2026 bezieht sich derzeit auf den Tunnel Iriški venac. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass zu diesem Zeitpunkt bereits der gesamte 44,4 Kilometer lange Fruškogorski koridor für den Verkehr freigegeben wird.