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SCHULDZUWEISUNGEN

Brnabic: Kroatien droht offiziell mit der Blockade der EU-Beitrittsverhandlungen mit Serbien

FOTO:EPA-EFE/ ANDREJ CUKIC

Die Aussage des kroatischen Parlamentspräsidenten Gordan Jandrokovic, wonach Zagreb die EU-Beitrittsverhandlungen Serbiens dazu nutzen will, eine klare Botschaft zu senden, dass Anschuldigungen seitens Serbiens – wie diejenige betreffend das Verbrechen an den serbischen Zivilisten an der Petrovacka Straße – nicht toleriert werden, stößt bei der serbischen Regierungschefin Ana Brnabic auf unverständnis: dies sei eine „offizielle Drohung“ den europäischen Weg Serbiens zu blockieren.

„Ein EU-Mitgliedsland teilt offiziell mit: wenn Sie Gerechtigkeit für vier getötete Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren fordern, können Sie nicht Mitglied der EU werden. Ist das Rechtsstaatlichkeit? Sind das etwa europäische Werte? Sie sollten sich schämen, so etwas in aller Öffentlichkeit zu äußern“, schrieb Brnabic auf Twitter.

Auf die Aufforderung von Jandrokovic, dass alle Serben „in den Spiegel schauen“ sollten, reagierte Brnabic mit den Worten, dass Serbien sehr wohl in den Spiegel schaut und versteht, dass es für den Massenmord an Kindern, jungen Frauen und alten Menschen, der sich im August 1995. an der Petrovacka Straße ereignete, Gerechtigkeit verlangen muss.

„Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen? Einen Mann, der einen Mord an Kindern, Frauen und alten Menschen feiert und rechtfertigt? Eure ‚Helden‘ haben unbewaffnete Zivilisten, die auf der Flucht waren, aus der Luft getötet“, schrieb die serbische Premierministerin.

Brnabic stellte klar, dass Serbien in die Zukunft schaut und forderte Jandrokovic auf, das Gleiche zu tun.

Wie berichtet, hatte der kroatische Parlamentspräsident Gordan Jandrokovic zuvor erklärt, dass er die Anklage der serbischen Staatsanwaltschft für Kriegsverbrechen gegen die vier verantworetlichen kroatischen Offiziere ablehnt, weil es „politischer Natur“ sei.

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