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Seltene Krankheit

„Brüste wogen 12 Kilo“ – Mit 22 brauchte sie schon einen Rollstuhl

„Brüste wogen 12 Kilo“ – Mit 22 brauchte sie schon einen Rollstuhl
FOTO: Instagram/@thay_marcondes01
3 Min. Lesezeit |

Innerhalb weniger Monate wuchsen ihre Brüste auf zwölf Kilogramm an. Eine 22-jährige Brasilianerin litt unter einer extrem seltenen Erkrankung – mit dramatischen Folgen.

Die 22-jährige Brasilianerin Tajnara Marcondes durchlebte eine medizinische Odyssee, als ihre Brüste innerhalb weniger Monate auf ein Gewicht von zwölf Kilogramm anwuchsen. Zu Jänner hatte die junge Frau noch eine normale Brustgröße, doch dann setzte ein dramatisches Wachstum ein – monatlich kamen pro Brust etwa 700 Gramm hinzu. Die als Lehrassistentin tätige junge Frau befürchtete zunächst eine Krebserkrankung. Doch die Ärzte diagnostizierten schließlich Gigantomastie, eine äußerst seltene Erkrankung, die zu unkontrolliertem Brustwachstum führt. In der Fachliteratur sind weltweit nur etwa 300 solcher Fälle dokumentiert.

Mit der Zeit entwickelte Tajnara massive Beschwerden im gesamten Oberkörper. Die enorme Belastung durch das Gewicht ihrer Brüste zwang sie zeitweise sogar in den Rollstuhl. „Selbst einfachste Alltagshandlungen wie Schuhe binden, Hausarbeit oder die Fußnagelpflege wurden unmöglich – jede Bewegung verursachte Schmerzen“, berichtete sie lokalen Medien.

„In einem Geschäft unterstellte mir das Personal sogar Diebstahl, weil sie vermuteten, ich würde gestohlene Waren unter meinen Brüsten verstecken. Die ständigen Blicke und das Fingerzeigen der Leute belasteten mich zunehmend.“

Lebensrettende Operation

Nach der Diagnose rieten die Mediziner zu einer dringenden Brustverkleinerung. Obwohl Tajnara auf der Warteliste des öffentlichen Gesundheitssystems stand, wurden ihre Schmerzen unerträglich. Sie startete eine Crowdfunding-Kampagne und sammelte umgerechnet etwa 7.000 Euro für den Eingriff.

In einer zehnstündigen Operation entfernten die Chirurgen insgesamt zehn Kilogramm Brustgewebe. Der Eingriff hinterließ jedoch bleibende Folgen – Tajnara hat keine Empfindungen mehr in den Brustwarzen und wird nicht stillen können.

Die operative Brustverkleinerung gilt Experten zufolge als wichtigste Behandlungsoption bei Gigantomastie. In besonders schweren Fällen kann sogar eine vollständige Mastektomie notwendig werden. Nach dem Eingriff ist eine engmaschige ärztliche Nachsorge entscheidend, da ein erneutes Wachstum des Brustgewebes nicht ausgeschlossen werden kann.

Ungewisse Zukunft

Trotz dieser Einschränkungen überwiegt bei der jungen Frau die Erleichterung. „Manchmal kommen mir die Tränen, weil ich noch immer nicht fassen kann, dass ich es geschafft habe“, sagt sie. Die Ärzte behalten ihren Zustand weiterhin im Auge, da die Gefahr besteht, dass ihre Brüste erneut zu wachsen beginnen.

In diesem Fall müsste möglicherweise eine vollständige Mastektomie – die komplette Entfernung beider Brüste – vorgenommen werden.

Die Ursachen der Gigantomastie sind bis heute nicht vollständig erforscht. Experten vermuten Zusammenhänge mit hormonellen Veränderungen und bestimmten Fruchtbarkeitsmedikamenten.

Mediziner diskutieren als mögliche Auslöser der Erkrankung neben hormonellen Störungen auch endokrine Erkrankungen, Fettleibigkeit und die Einnahme bestimmter Medikamente. Da eine gezielte Prävention bislang nicht möglich ist, empfehlen Ärzte bei plötzlichem, unkontrolliertem Brustwachstum eine rasche ärztliche Abklärung – je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Aussichten auf Erfolg.

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KO KOSMO-Redaktion
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