Erneut sorgt ein rassistischer Gesang zur Melodie von „L’amour toujours“ für Aufsehen. In einem Grazer Cabrio-Bus grölten Fahrgäste fremdenfeindliche Parolen.
Im vergangenen Jahr entwickelten sich rassistische Gesänge zu einem weitverbreiteten Phänomen in Deutschland und Österreich. Zahlreiche Jugendliche verwendeten die Melodie des Hits „L’amour toujours“ vom italienischen DJ Gigi D’Agostino, um fremdenfeindliche Parolen wie „Ausländer raus“ zu skandieren. Der Trend begann mit einem Vorfall auf Sylt, bei dem auch „Deutschland den Deutschen“ gerufen wurde, und breitete sich mit zahlreichen Nachahmungstaten auch nach Österreich aus. Die Vorfälle lösten erhebliche Kontroversen aus, sodass viele Radiostationen und Veranstalter öffentlicher Feste den Song aus ihrem Programm strichen.
Neuer Vorfall in Graz
Nun ist das Problem erneut aufgetaucht. Wie die Kleine Zeitung berichtet, kam es in Graz zu einem neuen rassistischen Zwischenfall. Auf einem Video ist ein Cabrio-Bus der Graz-Linien zu sehen, in dem mehrere Fahrgäste deutlich hörbar „Ausländer raus“ grölen. Bei diesen markanten grünen Fahrzeugen handelt es sich nicht um reguläre Linienbusse des öffentlichen Verkehrsnetzes.
Wie die Holding Graz gegenüber „Heute“ mitteilte, können diese speziellen Busse, die mit 40 Sitzplätzen, einer Bar samt Kühlschrank sowie Musikanlage und Mikrofon ausgestattet sind, gemietet werden. Typische Nutzer sind Polterabend-Gesellschaften oder Touristen bei Stadtrundfahrten. Im aktuellen Fall handelte es sich vermutlich um eine Gruppe aus Österreich.
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Rechtliche Konsequenzen
Die Graz Holding hat den Vorfall inzwischen bestätigt. Das Video der umstrittenen Fahrt mit dem umgetexteten „L’amour toujours“ wurde am vergangenen Freitag aufgenommen. Eine Anzeige wird nun eingereicht. Laut Bericht der Kleinen Zeitung soll der Busfahrer von den rassistischen Gesängen nichts mitbekommen haben.
Für solche Situationen gibt es klare Anweisungen: Wenn möglich soll der Bus angehalten und die Fahrgäste zum Verlassen des Fahrzeugs aufgefordert werden.
Präventionsmaßnahmen nehmen zu
In den vergangenen Monaten wurden in Österreich und Deutschland zahlreiche ähnliche Vorfälle dokumentiert, bei denen Jugendliche den ursprünglichen Liebessong von Gigi D’Agostino für fremdenfeindliche Parolen missbrauchten. Als Reaktion darauf haben viele Veranstalter und Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel Präventionsmaßnahmen ergriffen.
Dazu zählt vor allem die Entfernung des Songs aus Playlists bei Festen, in Clubs und auf Veranstaltungen. Auch Verkehrsbetriebe haben ihre internen Anweisungen verschärft, um bei rassistischen Vorfällen schneller und konsequenter eingreifen zu können. Die Maßnahmen reichen vom Anhalten von Fahrzeugen bis zum sofortigen Verweisen auffälliger Fahrgäste.
📍 Ort des Geschehens